Impuls der Woche


Lieber Blogbesucherin, lieber Blogbesucher,

an dieser Stelle findest Du an jedem Montag morgen einen neuen "Impuls für die Woche" von Zen-Meister Thay Thien Son.

Möge er Dich zum Nachdenken und Nachsinnen und Nachfühlen anregen und die Woche über begleiten!

 


  3.12.2018

IM FLUSS DES LEBENS

Eines Tages kam ein junger Mann in einen Tempel, betete zu einer Boddhisattva und fragte sie: „Boddhisattva, wie kann ich genau so sein wie du? Wie kann ich so viel Weisheit erlangen, wie kann ich mein Herz immer öffnen und so barmherzig mit allen Menschen umgehen?“ Die Boddhisattva sprach zu ihm: „Dann setz dich zu meiner Seite und beobachte, wie ich das mache.“ Das tat der junge Mann. Es kamen immer wieder  viele Menschen, zündeten  Räucherstäbchen an und beteten zu der Boddhisattva.
Eines Tages kam ein reicher Mann in den Tempel, zündete Räucherstäbchen an, machte seine Verbeugungen und  betete zu der Boddhisattva. Während er sich verbeugte, fiel seine Geldbörse aus seiner Tasche, ohne dass er es bemerkte. Der junge Mann flüsterte zu der Boddhisattva „Sag doch was.“ Sie schwieg aber.
Während der reiche Mann den Tempel verließ, kam ein armer Mann herein, der ganz ohne Besitz war. Er ging zum Altar und zündete seine Räucherstäbchen an und betete zu der Boddhisattva: „Boddhisattva, mein Kind ist sehr krank und braucht eine Operation, ich habe aber kein Geld dafür. Ich weiß nicht, wie du mir helfen kannst.“ Er verbeugte sich und beim Verbeugen berührte seine Hand die Geldbörse. Er freute sich sehr und dachte, die Boddhisattva hat ihm die Geldbörse dahin gelegt. Er bedankte sich aus ganzem Herzen und ging nach Hause.
Als drittes kam ein Fischer in den Tempel, zündete Räucherstäbchen an und betete zu der Boddhisattva: „Mögest du mir deinen Segen geben, dass ich mit vollen Netzen mit meinem Boot wieder heimkehre.“ In dem Moment kam der reiche Mann zurück, um seine Geldbörse zu suchen. Als er sie nicht fand, beschuldigte er den Fischer, dass er sie genommen habe. Der war sich keiner Schuld bewußt. Der reiche Mann rief die Polizei und ließ den Fischer verhaften.
Der junge Mann konnte nicht verstehen, wie die Boddhisattva zusehen und dies geschehen lassen konnte und  verlor seinen Glauben an ihr Mitgefühl.
Er wollte den Tempel verlassen, aber die Boddhisattva sagte „Warte. Ich werde dir deine Augen öffnen, damit du siehst, was hier geschehen ist. Der reiche Mann ist ein Egoist, der genug Geld hat, aber immer noch mehr will. Ich habe ihm die Gelegenheit gegeben, eine Spende an den armen Mann zu geben, der das Geld bitter nötig für sein schwerkrankes Kind braucht. So hat der reiche Mann eine gute Tat begangen.“
Worauf der junge Mann erwiderte: „Aber der  Fischer war unschuldig. Was hat er damit zu tun?“ Die Boddhisattva erklärte: “Ja, weil du nicht weißt, dass der Fischer durch die Verhaftung verhindert wurde, auf den See zu fahren, auf der gerade eben ein mächtiger Sturm tobt. Wenn er rausgefahren wäre, wäre er in dem Sturm umgekommen.“ Der junge Mann hatte nun das Nichteingeifen der Boddhisattva verstanden.
Wir können aus dieser Geschichte das Folgende lernen: Weil wir meistens nur einen kleinen Teil von dem sehen und begreifen, was ist und was wir für die ganze Wirklichkeit halten, können wir oft nicht das  Geschehen mit all seinen Konsequenzen erfassen. Wir verstehen nicht wirklich, was geschieht und wir können schon gar nicht voraussehen, wie es weitergehen wird - und versuchen immer wieder zu verändern, statt anzunehmen, was ist.
Deshalb ist es gut, innezuhalten, uns Zeit zu nehmen und zu beobachten und nicht zu bewerten. Jedes Mal, wenn wir bewerten, be- und verurteilen wir aus unserer beschränkten Sichtweise und unserer eigenen subjektiv gefärbten Perspektive heraus. Wenn wir aber innehalten und nicht bewerten, geschieht das, was geschehen soll.

 

 26.11.2018

DER KLEINE WOLF WILL LEBEN!

Die moderne Gesellschaft krankt daran, dass alle Menschen ständig beschäftigt sein müssen. Ohne Beschäftigung scheint unser Leben sinnlos und wir versuchen, unserem Leben dadurch einen Sinn zu geben, dass wir viele Ziele verfolgen.
Als junger Mensch ist unser Ziel, erfolgreich im Leben zu sein. Dazu gehört beruflich was darzustellen, eine Familie zu gründen, am Besten noch ein Haus zu kaufen. Und natürlich möchten wir mit unserer Familie auch glücklich sein, wir wollen große Urlaube machen, in besonderen Hotels wohnen, ganz spezielle Hobbys ausüben - der Familie etwas bieten und das Leben genießen.
Wir versuchen immer wieder, in jeder Beziehung erfolgreich zu sein - aber haben uns unsere Erfolge wirklich glücklich gemacht?
Wenn das Berufsleben allmählich zu Ende geht erlauben wir uns die Freiheit, uns persönlich zu verwirklichen und unser Leben ganz so zu gestalten, wie wir es möchten. Wir fangen mit einem neuen Hobby an, lernen Gitarre zu spielen, zu malen, wir besuchen Tanzkurse oder gehen zu einem Meditations-Wochenende. Wie oft rennen wir allen möglichen Klischees oder dem neuesten Trend der Medien hinterher, lassen uns vorgaukeln, was das Glück sei. Aber all diese Klischees und Einflüsterungen berühren uns wenig, wenn wir ganz ehrlich mit uns sind.

Dein ganzes Leben hattest du kaum Zeit, mal innezuhalten und dich selbst zu fragen „Hallo du! Was möchtest du wirklich in diesem Leben? Was berührt dich? Womit hast du deine tiefste Verbindung? Wo ist deine Hingabe?“

Jeder von uns hat in sich versteckt einen kleinen Wolf, einen kleinen hungrigen Wolf, und wenn dieser Wolf sich zeigt, sagt er zu uns „wenn du mich weiter gefangen hältst, dann beiß ich dich tot.“
Der kleine Wolf ist unsere Depression, die sich lang verbirgt, und plötzlich und wenn man es am wenigsten erwartet, zum Vorschein kommt. Der kleine Wolf ist unsere Lebendigkeit, er will seinen Hunger nach Leben stillen, er will seine Freiheit wieder haben, will wieder die Wildnis spüren, will wieder eigene Erfahrungen machen, will ohne wenn und aber sein, wie er ist! Aber wir sperren ihn in uns ein - und deshalb beißt er uns. Von außen mag es so aussehen, als wären wir lebendig, aber innerlich sind wir abgestorben. Und solange das so ist, können wir - soviel wir auch für uns tun – nicht wirklich glücklich werden.

Es wird Zeit, dass du dich hinsetzt und in dich hineinhorchst, was DU wirklich willst in deinem Leben.

 

 19.11.2018

WIE DU DEIN LEBEN BETRACHTEST

Eine Schülerin kommt zu ihrem Zen-Meister und sagt: „Meister, ich leide so sehr und ich weiß nicht, wie ich da rauskomme.“ Der Meister fragt sie: „Was hast du für ein Leid?“ Die Schülerin entgegnet: „Ich habe viel Geld verloren, das tut so weh und ich weiß nicht, wie ich es überwinden kann.“ Der Meister holt ein Glas Wasser, gibt einen Teelöffel Salz hinein, rührt um und sagt zu ihr: „Trink mal einen Schluck.“ Sie denkt, dass es ein Wundermittel ist, das sie von ihrem Leid befreien wird und trinkt davon. Dann sagt sie „Oh, das schmeckt ja so salzig!“

Der Meister führt sie nun zu einem Lotus-Teich und gibt gleichfalls einen Teelöffel Salz in diesen hinein. Mit einem Glas schöpft er Wasser und lässt die Schülerin daraus trinken. Die sagt „Oh, das schmeckt ja so klar und frisch und angenehm.“Darauf der Zen-Lehrer: „Weißt Du, obwohl ich die Menge nicht verändert habe, die ich in das Glas und den Teich gegeben habe, beide Male einen Teelöffel, schmeckt es völlig anders.

Und genauso ist es mit deinem Problem. Wenn du es als etwas siehst, was deine ganze Person ausmacht, wenn du dich nur darauf fokussierst, wenn du nur dein Leid wahrnimmst - dann wird dir dein Leben komplett versalzen vorkommen. Wenn du dein Herz aber öffnest wie etwas, das groß ist, das vieles in sich bewahren kann, so wirst du merken, dass dein Leid nur einen Bruchteil deines Lebens ausmacht.

Es kommt auf die Betrachtung deines Problems an, und das hast du in der Hand. Öffne dich, und du wirst sehen, dass dieser Misserfolg nur ein Teil von deinen vielen und großen Lebensmöglichkeiten ist, und du wirst auch sehen können, dass es zwar weh tut, aber nicht dein ganzes Leben versalzt. Dein Leben ist immer noch klar und frisch und angenehm; du hast unendliche Möglichkeiten, neu zu beginnen.

Entscheidend ist, wie du dein Leben betrachtest.“

 

12.11.2018

IM HIER UND JETZT ZU HAUSE SEIN

Eines Tages rief ein Zen-Meister seinen Schüler zu sich in sein Zimmer. Der Meister fragte ihn: „Kannst Du mir sagen, was Du jetzt in diesem Moment am Meisten wertschätzt in Deinem Leben?“ Der Schüler überlegte und antwortete: „Am Allermeisten wertschätze ich das, was ich einmal besaß und dann aber unwiederbringlich verloren habe - weil es mir so weh tut, dass ich es nicht mehr habe und ich mich so sehr danach sehne, es wieder zu bekommen. Aber ich habe auch Wünsche für die Zukunft - da gibt es einiges, was ich unbedingt haben möchte. Und deshalb wertschätze ich jede Gelegenheit, die ich vielleicht bekomme werde, um das zu bekommen, was ich mir heute ausmale.“
Der Meister wurde still und nach einer Weile entgegnete er: “Vielleicht wirst Du diese Frage in 10 Jahren anders beantworten.“
Nach 10 Jahren fragte der Meister dieselbe Frage nochmal und der Schüler antwortet diesmal: „Ich kann nur das wertschätzen, was ich im Hier und Jetzt habe, denn das ist das Wesentliche in meinem Leben, aus dem heraus kann ich gestalten und entwickeln. Das ist das Wertvollste für mich, im Hier und Jetzt die Bedingungen zu sehen für mein Leben und sie achtsam zu nutzen.“ Der Meister nickte und sagte: „Sehr gut. Nach 10 Jahren hast du verstanden, dass die Wertschätzung im Augenblick liegt, in Dir und Deinem Herzen ist.“
Diese Geschichte können wir auf uns übertragen: wie oft leben wir im Bedauern und Trauern um Vergangenes und Verlorenes und können es nicht loslassen, obwohl es längst vorbei ist - oder im Nachjagen nach einer Phantasie, nach etwas, was vielleicht oder auch nicht in der Zukunft vor uns liegt, ganz mit Ungewissheit beladen ist.
Unsere Aufgabe aber ist es, im Hier und Jetzt zu sein, jeden Menschen, der in unserem Leben ist, wertzuschätzen, genauso jede Gelegenheit willkommen zu heißen, die uns vor eine Prüfung stellt, jede Möglichkeit zu ergreifen, um mehr Glück und Freude in unser Leben zu holen.
Dazu müssen wir tief hinschauen, genau hinschauen auf das, was wir jetzt im Moment und hier haben. Weil das, was du hast, hat mit deinem Leben direkt zu tun. Und daraus kannst du so unendlich viel machen.

 

 

 5.11.2018

DIE WELT VERÄNDERN

In der Kirche Westminster Abbey in London gibt es einen Grabstein, er ist nicht sehr hübsch, nicht sehr raffiniert graviert, er ist ganz schmucklos. Und dennoch ist er etwas ganz besonderes, weil das, was darauf steht, unser Denken tiefgründiger macht.
Folgendes ist zu lesen: Als ich noch jung war und viel Fantasie hatte, spürte ich in mir Grenzenlosigkeit und ich träumte davon, die Welt zu verändern. Als ich erwachsen wurde, viel gelernt hatte, intelektueller geworden war, verstand ich immer mehr, dass ich die Welt nicht verändern kann. Und deshalb machte ich meine Träume kleiner und wollte nurmehr mein Land verändern; als ich in die Politik ging, fand ich heraus, ich kann nicht einmal mein Land verändern, es ist unmöglich.
Als ich im Laufe meines Lebens reifer wurde, dachte ich, dann veränder ich eben meine Familienmitglieder, meine Kinder. Aber ich merkte, ich kann auch meine Kinder nicht verändern, sie sind, wie sie sind.
Erst als ich am Ende meines Lebens ankam, sah ich ein, dass das Einzige, was ich verändern kann, ich selbst bin! Und da war es schon fast zu spät. Wäre ich nur schlauer gewesen, dann hätte ich früher schon genau das gemacht: Ich hätte zuerst mich verändert. Denn da ich mich veränderte, veränderte sich meine Familie mit, da sich meine Familie veränderte, beeinflusste dies auch die Gesellschaft. Wenn die Gesellschaft beeinflusst wird, wird das Land auch mit verändert, und wenn das Land verändert ist, wird dies auch die Welt verändern.
So steht es auf diesem Grabstein. Nelson Mandela las darüber und es berührte ihn tief, denn er dachte genau so. Und er begriff, er muss tief in sich die Einstellung zu sich verändern, um dadurch die Welt zu verändern.
So fing er bei sich an, und veränderte dadurch seine Familie, die Gesellschaft, sein Land und unser aller Bewusstsein, global in der ganzen Welt, dass wir Apartheid und Rassismus ablehnen und neue Perspektiven bezüglich sozialer Gerechtigkeit entwickeln.
Und so ist es auch in unserem Leben. Wir wollen so gern etwas Großes schaffen und dabei vergessen wir manchmal, bei uns selbst damit anzufangen.
Nur wenn wir bereit sind, uns zu verändern, haben wir die Chance, die Welt zu verändern.

 

29.10.2018

 

GEBORGENHEIT

In der Qing-Dynastie im alten China regierte der Kaiser Cheng Long. Eines Tages schrieb er einen Kunstwettbewerb aus zu dem Thema „Schutz und Geborgenheit“. Mehrere Künstler malten dazu Bilder, zwei von ihnen kamen in die engere Auswahl. Der eine malte einen stillen See, mit Bergen, Bäumen, Blumen und einem Haus am Rande des Bildes. Am See sitzt ein Kind und angelt, es ist völlig entspannt, ganz bei sich, und genießt die Welt.
Auf dem zweiten Bild ist auch ein See mit Bergen im Hintergrund, jedoch ist der Himmel trüb, es regnet stark, wodurch in den Bergen Wasserfälle entstehen. Sturm wirbelt Blätter hoch in die Luft, das Wasser des Sees bewegt sich unruhig, schlägt hohe Wellen.
Der Kaiser setzte sich vor beide Bilder und schaute sie lange ganz genau an. Er erkannte auf dem zweiten Bild ein Vogelnest hinter einem der Wasserfälle; in dem Nest sitzt ganz entspannt ein Vogel, der beschützend seine Flügel über seinen Kindern ausbreitet, der ganz bei sich ist und sich nicht vom Sturm ablenken lässt. Für den Kaiser ist dies genau das Bild, das er wollte. Er erkennt darin die Geborgenheit, den Frieden und den Schutz. Die Turbulenzen im Außen spielen keine Rolle, es muss nicht unbedingt still sein - der Vogel selbst trägt in sich alle Bedingungen, um sich ruhig und geborgen zu fühlen.
Diese Geschichte hat sich über viele Jahrhunderte hinweg verbreitet mit dem, was der Kaiser Cheng Long zum Ausdruck bringen wollte: Begegne deinem Leben, begegne deinen Stürmen, aber sei in dir stabil, sei in dir zu Hause!
Es ist so wichtig, dass wir uns in uns heimisch fühlen, das Gefühl haben, angekommen zu sein, ganz egal, was für ein Chaos draußen herrscht, wie heftig die Welt tobt, wie viele Kräfte gegen uns wirken. Wenn wir uns das Gefühl geben, uns selbst beschützen zu können, erfahren wir Geborgenheit - mag im Außen passieren, was will.

 

 

 

 22.10.2018

LIEBE HEILT

Eines Tages kommt ein junger Mann zum Zen-Meister und Abt und sagt zu ihm: „Ich habe im Leben alles erreicht, nur eine Sache quält mich sehr. Vor Jahren hatte ich Streit mit meinem Vater, er wollte, dass ich einen anderen Beruf ergreife, ich aber bin meinen Weg gegangen. Seitdem lehnt er jeden Kontakt zu mir ab. Er fehlt mir so, ich vermisse ihn jeden Tag. Ich wünsche mir von ganzem Herzen, dass wir wieder miteinander sprechen. Bitte, hilf mir.“
Der Meister überlegt und sagt: „Warte, ich werde eine Lösung für dich finden.“

Am nächsten Tag ruft der Zen-Meister den Vater an und sagt: „Du bist jetzt in Rente und ich hab hier so viel zu tun, könntest du mir beistehen? Tag für Tag kommen Menschen aus der Gemeinde mit ihren Problemen zu mir. Kannst Du für mich ihre Belange aufschreiben - dann kann ich sie vorweg sortieren.“
Der alte Mann freut sich über die Aufgabe, geht zum Tempel und fängt sofort damit an.

Eines Tages steht vor ihm nicht irgendeine Person, sondern sein Sohn! Der Sohn sagt zum Vater: „Ich habe ein Problem und ich möchte mich damit an den Zen-Meister wenden.“ Der Vater vermeidet es, ihm in die Augen zu schauen, ignoriert ihn so weit wie möglich und schreibt nur sein Anliegen auf.
Nach ein paar Tagen kommt der Sohn schon wieder, mit einem anderen Problem. Dies passiert noch einige Male. Jedes mal bleibt der Vater kühl und abweisend, dachte aber, warum hat mein Sohn nur so viele Probleme, warum muss er ständig den Zen-Meister fragen.
Als der Sohn wieder kam, fragt der Vater ihn direkt: „Ich habe dich doch dazu erzogen, deine Probleme selbst zu bewältigen. Warum suchst du jetzt ständig den Zen-Meister auf? Bist du denn nicht in der Lage, dir zu helfen?“

Und der Sohn erwiderte: „Vater, ich denke mir die Probleme nur aus, damit ich die Möglichkeit habe, mit dir zu reden. Diese paar Minuten wärmen mein Herz. Vater, ich möchte wieder mit dir in liebevoller Verbindung sein, möchte mit dir über alles sprechen und für dich da sein.“ Der Vater denkt nach und fragt ihn: „Hat der Meister dir empfohlen, zu mir zu kommen?“
Der Sohn nickt und der Vater merkt, dass der Meister ihm seine Aufgabe gegeben hat, damit er mit seinen Sohn wieder in Kontakt kommt. Der alte Mann spürt, wie unendlich groß die Liebe des Meisters zu allen Menschen ist, auch zu ihm und zu seinem Sohn. Er nimmt sich den Meister als Vorbild und lässt von nun an diese große Liebe auch von sich zu seinem Sohn fließen, ruft ihn jeden Tag an und spricht liebevoll mit ihm über das, was beide auf dem Herzen haben.

Die Geschichte zeigt: wenn man will, gibt es 1000 Wege, eine Verletzung zu heilen, egal wie tief wir gekränkt sind, egal, wie tief wir verletzt sind. Tief in unserer Seele suchen wir die Verbindung zueinander und möchten aus vollem Herzen unsere Liebe zum Austausch bringen.

 

 

14.10.2018

MITGEFÜHL

Ein alter Zen-Meister lag im Sterben. Er war schwer erkrankt und wußte, dass er bald gehen muss.

Er bestellte alle Schüler zu sich und sagte zu ihnen: „Wer von euch hat meine Unterweisungen am tiefsten verstanden? Den werde ich in meine höchste Lehre einweihen und ihn zu dem nächsten Meister machen.“ Alle Schüler dachten darüber nach, wie sie beweisen können, dass sie verstanden haben, was der Lehrer ihnen gesagt oder gezeigt hat. Und jeder versuchte auf seine Art und Weise, das darzustellen, was der Meister vermittelt hatte.

Ein Schüler aber machte gar nichts und der Meister ließ ihn holen und sagte zu ihm: „Du hast nichts vorzuweisen. Was hast du denn überhaupt verstanden von dem, was ich in all den Jahren gelehrt habe?“

Der Schüler aber brachte nur eine Schale mit Medizin, stellte sie zu ihm und sagte: „Meister, bitte trink deine Medizin.“ Und der Meister: „Wie, du hast nur das verstanden? Mehr nicht?“ Der Schüler nickte: „Ja, das ist das, was ich verstanden habe.“ Der Meister wollte aber das Medikament zu dem Zeitpunkt nicht nehmen und so nahm der Schüler die Schale mit der Medizin wieder, verbeugte sich und wollte aus dem Zimmer gehen.

Der Meister aber rief ihn zurück und sagte „Du hast von allen Schülern meine Unterweisungen am tiefsten verstanden.“ Alle Schüler waren verwirrt – er hat nichts gesagt, nichts bewiesen, nichts erklärt, und trotzdem soll er die Übertragung zum Nachfolger des Zen-Meisters bekommen?

Der Meister klärte sie auf: „Es ist nicht so wichtig wie viel Du gelernt und was du in dich aufgenommen hast. Wichtig allein ist, dass Du Mitgefühl zu allen fühlenden Wesen empfindest! Dieser Schüler war da, er interessierte sich nur für meine Krankheit, verband sich mit mir und empfand Mitgefühl mit mir und deshalb brachte er die Medizin. Als ich aber sagte, ich trinke sie jetzt nicht, hatte er genauso viel Mitgefühl, er war nicht verärgert, fühlte sich nicht entwertet und nahm die Schale mit der Medizin wieder an sich. Ohne Ärger, ohne Unmut. Und das ist das reine Mitgefühl!

Der Nächste, der Zen-Meister werden soll, soll genau so viel Mitgefühl mit anderen Menschen haben und nicht nur das Wissen. Er ist der Richtige.“

Aus dieser Geschichte können wir viel lernen: Wie viel du kannst, wie viel du verstanden hast, wie intellektuell du bist, ist nicht so wichtig. Wenn wir aber kein Mitgefühl füreinander haben, dann verlieren wir die menschliche Qualität. Das ist die Lehre des Buddhas.

Mitgefühl mit unseren Mitmenschen zu entwickeln ist in unserem Leben die Hauptaufgabe.

 

9.10.2018

GLÜCK UND ZUFRIEDENHEIT FINDEN

Mit der folgenden spannenden Geschichte einer seiner Wiedergeburten will der Buddha zum Ausdruck bringen, dass, egal, was irgendein Mensch dir schlimmes angetan hat, es deine Entscheidung ist, wie du damit in Resonanz gehst und ob sich daraus positive oder negative Folgen für Dich ergeben.

Sobald du in Resonanz gehst zu irgend jemanden oder irgend etwas, was dich gekränkt oder verletzt hat, erzeugst du eine Gravitations- (Anziehungs)kraft auf dieser negativen Ebene. Infolgedessen breitet sich plötzlich Kränkung und Leid in deinem Umfeld und in deinem Leben aus.

Damit will der Buddha folgendes sagen: wenn wir ein glückliches Leben und eine heilsame Umgebung für uns erzeugen möchten, sollen wir - unabhängig von anderen Menschen und ihren Handlungen uns gegenüber - die Verantwortung dafür übernehmen und unsere eigenen Entscheidungen treffen. Dadurch bauen wir unsere Energiekraft eigenverantwortlich so auf, dass wir Glück und Zufriedenheit in uns spüren.

Egal wie und was die Menschen von außen uns antun, unsere Verantwortung ist, unser Energieumfeld selbst zu schaffen. Der Buddha führt aus, wie es durch geistiges Training gelingt:

Kultiviere Deine Gedanken heilsam, kultiviere deine Sprache heilsam, kultiviere dein Herz heilsam!

So gehst du ständig mit positiver Energie in Resonanz und erzeugst das Glück in deinem Leben.

Hier nun die Geschichte von einem seiner früheren Leben, die der Buddha erzählte, um diese Weisheit zu veranschaulichen:

Damals war der Buddha ein sehr bekannter berühmter Arzt, der alle Krankheiten heilen konnte. Eines Tages wurde er zu einer reichen Person in der Stadt gerufen, um dessen erstgeborenen Sohn zu heilen. Es wurde ihm eine große Belohnung versprochen, wenn er das Kind gesund macht. Der Heiler heilte das Kind, der reiche Mann aber hielt sich nicht an sein Versprechen. Das Kind erkrankte ein zweites Mal und der Heiler wurde wieder gerufen. Der reiche Mann zeigte Reue und gab wieder große Versprechungen, diesmal versprach er sogar die doppelte Belohnung. Das Kind wurde gesund, aber auch diesmal hielt der reiche Mann sein Versprechen nicht.

Das Kind erkrankte ein drittes Mal - der reiche Mann ging wieder zu dem Heiler, kniete vor ihm nieder und bat ihn, seinen Sohn erneut gesund zu machen. Der reiche Mann zeigte wiederum große Reue, brachte Entschädigungen mit und versprach eine noch größere Belohnung. Auch diesmal behandelte der Arzt das Kind; doch als das Kind langsam gesund wurde „vergaß“ der Mann sein Versprechen und vertröstete den Arzt Monat um Monat.

Der Heiler wurde so wütend, fühlte sich gedemütigt und betrogen und sagte zu dem Reichen: „Bei nächster Gelegenheit werde ich deinem Kind den Verstand nehmen“.

Und so passierte es auch. Das Kind wurde wieder krank, der Heiler wurde wieder gerufen, aber diesmal wollte der Heiler das Kind nicht wirklich heilen. Er gab dem Kind Medikamente, die es benebelten und zu seinem Tode führten.

Und das geschah, obwohl der Heiler der Buddha selbst war!

Der Buddha erzählt dann weiter, dass er bei seiner nächsten Wiedergeburt als Tier wiedergeboren wurde und bei vielen weiteren Wiedergeburten sich auf den niederen nichtmenschlichen Ebenen der Wiedergeburt bewegte, da er diese Kränkung und seinen Hass so tief in sich trug und immer wieder damit in Resonanz ging.

Der Heiler hat sehr viel gelitten, er wollte nicht als Tier wiedergeboren werden, er wollte wieder eine menschliche Existenz erlangen. So ging er in der Daseinsform eines Tieres eines Tages zu einem Tempel, hörte dort die Dharma-Rede eines Mönches, dass die allergrößten Gifte in uns Neid, Gier und Kränkung sind.

Und so verstand er, dass er durch das Anhaften an seiner Kränkung sich selbst immer wieder in den niederen nichtmenschlichen Wiedergeburts-Ebenen gefangen hielt.

 

1.10.2018

Warum Buddha die Menschen nicht von ihrem Leid erlösen kann

Ein Schüler fragte Buddha: du bist so mitfühlend und hast allmächtige Kräfte. Warum sorgst du nicht dafür, dass die Menschen nicht mehr leiden müssen?
Der Buddha sagte, dass er vier Dinge nicht beeinflussen kann, und deshalb leiden die Menschen immer noch:
1. Das
Karma von einzelnen Personen kann der Buddha nicht beeinflussen. Keiner kann dem Naturgesetz von Ursache und Wirkung entfliehen
2.
Weisheit kann der Buddha nicht weiter geben. Jeder muss seine Erfahrungen selbst machen, um dadurch Erkenntnisse zu bekommen. Nur durch seine eigene Praxis erlangt der Mensch schließlich selbst Weisheit.
3. Das
Gesetz des Universums kann der Buddha nicht verändern. Um die Zusammenhänge zu verstehen, muss der Mensch  Stille in sich möglich machen. Nur so kann er verstehen, wie sich alles gegenseitig bedingt.
4. Zum eigenen
Glück kann der Buddha niemanden zwingen. Der Mensch muss sich öffnen, um die Befreiungslehre zu lernen.
- Es liegt in unserer eigenen Verantwortung, uns  aus dem Leid zu bringen. Da hilft weder ein Gebet zu Gott noch die Verehrung  Buddhas.

 

24.9.2018

Leben fördern

Der Buddha erzählte von einem seiner früheren Leben, bevor er als Buddha wiedergeboren wurde.

In diesem früheren Leben war er ein reicher Mann und hatte viele Bedienstete unter sich. Einer davon, ein junger Mann, war sehr begabt und der reiche Mann entschied, ihn zu einem Kaufmann auszubilden. Um ein Kaufmann zu werden, sollte der junge Mann viele Erfahrungen machen und sich darin üben, Verhandlungen zu führen und deshalb schickte er ihn mit einem Empfehlungsbrief in die Welt hinaus.

Der junge Mann reiste in eine Großstadt, um dort Karriere zu machen. Um schnell erfolgreich zu werden, gab er sich als Sohn des reichen Mannes aus und bekam dadurch auch bald Verbindung zu den oberen Schichten. So kamen dann Verhandlungen und Geschäfte sehr schnell zu Stande und er wurde sehr erfolgreich.

Die Tochter eines wohlhabenden Mannes verliebte sich ihn und die beiden verlobten sich und heirateten in kurzer Zeit.

Der junge Mann wollte den so erfolgreich erworbenen Lebensstatus nicht aufgeben und so blieb er länger in dieser Großstadt als geplant.

Monate vergingen. Der reiche Mann, der auf ihn und seine Nachricht über das Ergebnis der Verhandlungen wartete, schickte einen Boten aus, um zu erfahren, wie die Dinge stehen. Der Bote erhielt alle Informationen und kehrte mit dem Bericht darüber zurück.

Daraufhin machte sich der reiche Mann selbst auf die Reise in die Großstadt. Der junge Mann erfuhr davon und hatte Angst, entlarvt zu werden. Er fuhr seinem Herrn entgegen und versuchte, ihm alles zu erklären und bat ihn, ihm eine Chance zu geben, er solle so tun, als ob er sein Sohn wäre.

Der damalige noch nicht geborene Buddha überlegte: „Wie soll ich mich entscheiden?

Soll ich den Fälscher entlarven oder soll ich ihm eine Chance geben? Es ist leicht, das Leben eines Menschen zu zerstören; aber einem Menschen die Möglichkeit zu geben, sich zu verändern und sein Leben neu zu gestalten, ist sehr schwierig.“

Er entschied sich, ihn zu adoptieren und sie reisten zusammen in die Großstadt.

Der junge Mann allerdings begann sehr schnell einen falschen Stolz zu entwickeln. Das äußerte sich so, dass er jegliches Essen, egal wie gut es war, kritisierte und schlecht machte. Damit wollte er zeigen, wie wertvoll er ist, dass er den Durchblick hat, dass er als einziger die Qualität der Nahrung beurteilen kann.

Sein nunmehriger Adoptivvater wollte ihm auch jetzt nicht direkt schaden, wollte ihm aber eine Lektion erteilen. So rief er die junge Ehefrau zu sich und sagte zu ihr: „Wenn Dein Mann in Zukunft etwas grundlos kritisiert, solltest Du diesen bestimmten Namen rufen und er wird sofort damit aufhören.“ Das hat sie dann auch gemacht mit dem Erfolg, dass der junge Mann wieder bescheiden und umgänglich wurde.

Der Name war der frühere Name des jungen Mannes, als er noch Bediensteter war.

Für den reichen Mann war es ganz wichtig, jedem Menschen seine Chance zu geben und ihn zu begleiten, so dass er auf seinem Weg bleibt.

Was will uns Buddha mit dieser Geschichte sagen?

Es geht so leicht, ein Leben zu zerstören. Aber wirklich tief in einem Menschen seine Qualität zu entdecken, auch wenn er Fehler gemacht hat - was zum Menschsein dazu gehört - ist oft sehr schwierig. Buddha will uns ermuntern, Menschen zu fördern, sie zu unterstützen, ihren guten Kern zu entdecken und dabei helfen, ihn zu entwickeln - und nicht Leben zugrunde zu richten.



Du hast die Wahl                                                                             17.09.2018


Das, was wir so tief und so intensiv und doch so zerbrechlich fühlen, ist die Liebe.

Das, was so unendlich weit und gleichzeitig so eng sein kann, ist dein Herz.

Das, was Weite haben, oder aber  sehr engstirnig sein kann, ist deine Perspektive.

Das, was dich groß macht, oder aber klein sein lässt, sind deine Beziehungen zu den Menschen.

Das, was dein Leben leicht und entspannt sein lässt, oder aber schwer und deprimierend, ist dein Verhalten.

Das, was auf dieser Erde am schönsten ist, aber auch ganz hässlich sein kann, ist dein Geist.

 

Du hast im Leben immer die Wahl! Deine Entscheidung verändert dein Leben.

Für welche Seite des Leben willst du dich entschieden?


 

10.09.2018

Das Geschenk des guten Lebens   

                                                            

Eine Familie, die während des Krieges aus Vietnam geflohen war, versuchte ihr Leben in Deutschland neu aufzubauen; es war eine Mutter mit ihren vier Kindern, der Vater war während des Vietnam-Kriegs umgekommen.


Die Kinder wuchsen heran und nach dreißig Jahre waren alle erfolgreich im Leben. 


Immer wieder mal wollte eines der Kinder wissen, wie der Vater im Krieg gestorben ist. Die Mutter sagte nur: „Wenn dein Vater noch lebte, würde er sehr stolz auf dich sein.“ Sie versuchte immer zu vermeiden, etwas über die Todesursache zu sagen.


Als sie alt wurde und merkte, dass sie bald sterben muss, sagte sie zu ihrem Sohn:


„Das Leben dass du hast, ist nicht selbst verständlich, gehe liebevoll damit um. Es ist ein Geschenk deines Vaters! Du musst verstehen, dass die vielen guten Bedingungen, die du hast, nicht selbstverständlich sind. Ich möchte, dass du dein Leben sinnvoll einsetzt und versuchst, die Freude weiterzugeben, die du in dir hast.


Nun möchte ich dir ein Bild zeigen, dann wirst du verstehen. Es ist dein Vater, kurz vor seiner Hinrichtung, bis zu seinem letzten Atemzug wollte er dich beschützen. Ich war selbst gefesselt und musste hilflos zuschauen.“


Der Sohn empfindet großen Respekt, Dankbarkeit und Liebe zu seinen Eltern, zu seinem Vater und zu seiner Mutter, die ihn und seine Geschwister trotz dieser großen Tragik und unter schwierigen Bedingungen zu Menschen voller Liebe und Freude erzogen hat, die ohne Bitterkeit und Hass alle einen guten Platz im Leben gefunden haben.

 

 


 

                                                                                   03.09.2018

Zu sich kommen

 

Von Zeit zur Zeit brauchst du die Stille, um dich zu besinnen, warum du überhaupt lebst.

Einfach mal nichts tun, mitten im gestressten Leben, damit dir klar wird, was das Wesentliche im Leben ist.


Halte kurz inne - und lausche, wie dein Leben atmet.


Lass deine Schritte langsam werden - und schaue, wie schön Mutter Erde ist.

 

Hör auf, dem Leben ständig hinterher zu rennen - dort wo du bist, wartet ein wunderschönes Geschenk auf dich.

 

Setz dich hin, entspanne dich, alles kann warten - deine Lebenszeit aber nicht.

 

Bleib offen, lass dich vom Leben überraschen, nimm die kleinen Augenblicke wahr, die dich in deine Tiefe führen.


Was kommt, wird auch wieder gehen, warum also die Schmerzen so lange fest halten?

 

Jeden Tag begegnen wir der Veränderung, jeden Tag auf ein Neues - warum also die Hoffnung aufgeben, wo es so viele Möglichkeiten gibt.

 

Leb jeden Tag, als sei es dein letzter,  wertschätze jeden einzelnen Augenblick.


Nichts kannst du mitnehmen, wenn du gehst - warum so viele Sachen anhäufen, die du doch nicht mitnehmen kannst. Teile mit anderen, damit dein Leben leichter wird.

 

 

 


 

27.08.2018

Wertschätzung dessen, was ist                                                     

 

Um keine negative Anziehungskraft zu erzeugen, lerne, dir das positive Denken  anzutrainieren.

Macht es dir bewusst, dass du nicht in einem Katastrophen- oder Kriegsgebiet lebst und du jeden Tag aktiv dein Leben gestalten kannst .

Macht es dir bewusst, dass du in einer Gesellschaft lebst, in der du so viel Freiheit hast, deine Meinung zu äußern.

Mach es dir bewusst, dass die Menschen, die du liebst, am Leben sind. Wertschätze jede Begegnung, denn sie ist einmalig.

Macht es dir bewusst, dass du gesund bist. Mit deiner Lebenskraft kannst du alle deine Träume verwirklichen.

 

20.08.2018

Buddha über die Kraft der Liebe                                                       

 

Der Buddha und seine 250 Schüler luden die Bewohner der umliegenden Dörfer in den Wald ein, um eine Nacht der Meditation gemeinsam zu gestalten. Jeder der kommt, sollte eine Lampe mitbringen, um den Wald hell zu beleuchten und die Angst vor der Dunkelheit zu vertreiben.

Die reichen Leute spendeten hunderte große Öl-Lampen. Die nicht so reichen brachten zehn Lampen mit und stellten sie entlang des Waldwegs auf, so dass der Weg hell beleuchtet wurde.

Eine arme Frau, die nichts besaß, wollte auch eine Öl-Lampe mitbringen, aber ihr fehlte das Geld, um eine zu kaufen. Sie ging auf den Markt und verkaufte ihre langen Haare, ihren wertvollsten Besitz. So schnitt man ihr die Haare ab und gab ihr für die Haare eine Öl-Lampe.


Als sie in der Nacht in den Wald ging, um die Lampe dem Buddha zu geben, kam ein großer Sturm auf, der alle Öl-Lampen löschte. - Nur die Lampe der armen Frau leuchtete weiter. Je näher sie dem Buddha kam, umso heller wurde es. Schließlich kam sie zum Buddha und ihre Öl-Lampe leuchtete so hell, dass der ganze Wald voller Licht war.


Der Schüler von Buddha, Ananda, fragt Buddha, warum die anderen Lampen ausgegangen waren, und einzig die der armen Frau so hell erstrahlte.

Der Buddha antwortete: die alte Frau macht  ihre Opfergabe nicht aus  Stolz heraus. Sie macht es auch nicht aus dem Wunsch nach Anerkennung, sondern aus tiefster Liebe zum Dharma. Da ihre Liebe so rein ist, ist es wie das Licht, das die Menschen aus dem Dunkel führen kann. Die Liebe ist eine Kraft, die den Menschen die Angst wegnimmt. Jeder darf sich in der Liebe zeigen, wie er ist.


Wenn unsere Herzen Energie ohne Erwartungen ausstrahlen, so können wir die Menschen zu ihrem inneren Licht führen und sie haben vor ihrer eigenen Dunkelheit keine Angst mehr. So können sie ihren eigenen Buddha  in sich finden.

 

 

13.08.2018

Verantwortung für das eigene Leben übernehmen                                                     

Paul ist seit vielen Jahren Geschäftsführer eines florierenden mittelständischen Unternehmens, in das er auch eine große Summe seines eigenen Geldes gesteckt hat. Die Firma geht ihm über Alles; sein Job ist ihm so wichtig, dass er viele Stunden damit zubringt, sogar viele Wochenenden, Urlaub gönnt er sich nur ganz selten, für sein Privatleben bleibt kaum Zeit.

Eines Tages, Paul ist Anfang 50, werden die Aufträge immer weniger, bleiben ganz aus – die Firma muss Konkurs anmelden. Paul steht unter Schock, er versucht, eine persönliche Bilanz zu ziehen: Die geliebte Arbeit futsch, das investierte Geld verloren, seine Frau hat ihn verlassen. Seine Freunde sind irgendwie aus seinem Leben verschwunden. Zu seiner Familie sind die Kontakte abgerissen.


Paul ist verzweifelt, fühlt sich hilflos, und vor allem ist ihm bitter, dass er so ganz allein dasteht. Er wendet sich an einen Zen-Meister, von dem er schon viel gehört hat, um ihn zu fragen, was er tun soll, um sein Leben wieder auf die Reihe zu kriegen.

Er beklagt sich bei dem Zen-Meister über die Misserfolge in seinem Leben und dass alle Freunde aus seinem Leben verschwunden sind, sogar seine Familie und seine Verwandten, und er ganz allein da steht.


Paul fragt den Meister: „Warum sind die Menschen nur so undankbar? Was kann ich machen, damit ich wieder erfolgreich bin?“


Da führt der Zen-Meister ihn in einen dunklen Raum. Paul will wissen, was er hier machen soll und der Zen-Meister antwortet, „wir wollen deinen Schatten erforschen.“

Paul entgegnet: „Hier ist es doch viel zu dunkel, ich kann meinen Schatten ja nicht mal sehen.“

Der Zen-Meister lächelt: „Richtig. Du kannst jetzt jammern, wie dunkel es hier ist und dass ich schuld daran bin. Oder aber du wirst aktiv - und machst das Licht an!


Anderen die Schuld zu geben für ein verpfuschtes Leben ist einfach - Verantwortung für sein Leben mit allen Höhen und Tiefen zu übernehmen ist schwer, der Weg dahin oft steinig und lang. Du allein trägst die Verantwortung!“