Impuls der Woche

Lieber Blogbesucherin, lieber Blogbesucher,

an dieser Stelle findest Du jede Woche einen neuen "Impuls für die Woche" von Zen-Meister Thay Thien Son.

Möge er Dich zum Nachdenken und Nachsinnen und Nachfühlen anregen und die Woche über begleiten!

18.3.2019

DANKBARKEIT
Ich danke dem Leben und dass ich durch Tiefen gehen durfte - so weiß ich, wie weit mein Horizont ist.
Ich danke den Prüfungen in meinem Leben - so kann ich spüren, wie groß mein Herz ist.
Ich danke den Misserfolgen in meinem Leben - so kann ich solide auf dem Boden der Realität bleiben.
Ich danke den Erschütterungen in meinem Herzen - so lerne ich, wertzuschätzen, was ich im Leben übersehen habe.
Ich danke meinen inneren Verletzungen - so nehme ich meine Verantwortung in die Hand und entscheide selbst für mein Glück.
Ich habe so viele Geschenke im Leben bekommen. Ich muss nur lernen, sie anzunehmen.
Ich verbeuge mich vor allen großen Gelehrten, die mich auf dem Weg begleitet haben. Die meinen Geist geschult haben. Mich in meine Dunkelheit gebracht haben, damit ich das Licht in mir finde.
Ich umarme Dich, Vater, und Dich, Mutter,
meine Brüder, meine Nichte und besonders meine wunderbare Großnichte,
aber auch die Menschen, die mir die Liebe beigebracht haben.
All meine Schüler, Freunde, jeden Mensch, dem ich in meinem Leben begegnet bin.
Ich umarme euch fest.
Ich umarme Mutter Erde, die Bäume und jede Blume, jeden Berg, jeden Fluss.
Ich bin im Leben reich beschenkt worden. Mein Herz ist voll von Liebe. Mein Geist ist voll von Erkenntnissen.
Ich danke mir selbst, dass ich ich sein darf. All meine Fehler, all meine Schwierigkeiten haben mich dazu ermuntert, mir selbst zu begegnen.
Mein allergrößtes Geschenk:
ICH HABE MICH GEFUNDEN

 

 

11.3.2019


WAS IST PERFEKT?
In einem kleinen Tempel lebten ein Meister und ein kleiner Novize.
Der junge Novize bemühte sich, so gut zu sein wie möglich. Er strebte danach, die Vollkommenheit zu erreichen und deshalb suchte er in allem, was er machte, die Perfektion.
Als er die Aufgabe bekam, Kalligraphie zu lernen, versuchte er, auch dies perfekt zu machen. Jeden Tag übte er, die Schriftzeichen abzuschreiben und jedesmal fand er, dass seine Kalligraphie immer noch nicht gut genug war und zerriss die Blätter und fing wieder von vorne an.
Eines Tag kam der Meister vorbei und sah auf dem Boden lauter zerknäulte und zerrissene Blätter, die der Novize weggeschmissen hatte. Und der Meister fragte: „Was machst du denn da?“ Und der Junge antwortete: „Alles, was ich mache, ist nicht gut genug, und deshalb mache ich es so lange immer wieder neu, bis ich es perfekt kann.“
Der Meister sprach „Wo gibt es die Perfektion auf dieser Erde? Jetzt leg deinen Pinsel zur Seite und geh raus und schau die Welt an.“
Der Novize ging raus in den Garten und sah, dass die starke Sonne die Blumen in den Beeten ganz ausgetrocknet hat und er sagte zu seinem Meister: „Schau doch mal, die schönen Blumen, die wir gepflanzt haben, sind total verwelkt, ich werde sie sofort gießen“. Der Meister entgegnete „Nein, wenn du sie jetzt gießt, solange die Sonne so stark scheint, wird das Gieß-Wasser die Blumen nur noch mehr verbrennen. Heute Abend, wenn die Sonne nicht mehr so viel Kraft hat, dann ist der richtige Zeitpunkt zum Gießen.“
Als der kleine Novize am Abend gießen wollte, sah er, dass die Blumen jetzt völlig verwelkt waren und ihre Köpfe runter hingen. Und er dachte, die sind ja eingegangen, warum soll ich ich sie jetzt überhaupt noch gießen. Am Liebsten würde ich jetzt alle rausreißen und alles komplett neu bepflanzen.
Der Meister kam vorbei und sagte „Jetzt gieß die Blumen.“ Der Junge entgegnete „Aber schau doch nur, die sind alle verwelkt.“ Der Meister sagte nur „Gieß.“
Der Novize machte zwar, was der Meister ihm aufgetragen hatte, aber er war verärgert und dachte, das bringt jetzt doch nix mehr.
Er ging dann in sein Zimmer, machte dort seine Übungen und seine Meditation und legte sich schlafen.
Als er am nächsten Tag die Türe öffnet, sieht er zu seinem Erstaunen, dass sich die Blumen wieder erholt haben, sie haben sich aufgerichtet und ihre Blüten sehen frisch aus. Und er versteht, dass seine Vorstellung von perfekt und nicht perfekt trügerisch war – und dass die Perfektion in der Möglichkeit liegt.
Das Leben gibt uns so viele Möglichkeiten, die Welt in ihrer Schönheit zu sehen, mit den Möglichkeiten der Veränderung, mit der Möglichkeit, dass etwas wieder aufblüht und der Möglichkeit, dass etwas wieder vergeht. Das ist die Perfektion der Natur – was uns so schwer fällt zu verstehen.
Durch die Blumen hat er erkannt, das auch das, was in unseren Augen nicht perfekt scheint und was wir deshalb wegschmeißen, kaputt machen, nicht achten, eine Chance verdient, so dass es wieder zu seiner Schönheit aufblühen kann - wenn wir bereit sind, auch das Unvollkommene anzunehmen.
So geht er zu seinem Meister und sagt „Meister, die Blumen können viel aushalten - sie sind heute wieder lebendig!“ Der Meister schaut ihn liebevoll an „Aushalten – nein, mein Kind. Sie leben. Ich bin jetzt 80 Jahre alt, würdest du denn sagen, dass ich die 80 Jahre ‘ausgehalten‘ habe? Oder dass ich lebe?“
Damit will der Meister sagen, wenn wir nach Perfektion suchen, dann müssen wir das, was wir nicht als Perfektion sehen, aushalten, ertragen. Wenn wir aber lernen, dem, was da ist, alle Möglichkeiten zu geben und die Veränderung zuzulassen, dann lernen wir zu leben.
Das Leben kommt und geht, Alter, Krankheit und Tod, das ist die Perfektion der Natur. Wenn wir lernen, mit der Natur zu gehen, dann wissen wir, was Perfektion ist.

 

4.3.2019 

 

WAS IST LIEBENDE GÜTE?

Am Ende seiner Lehrjahre verabschiedete sich der Schüler von seinem Meister, nachdem er seine Prüfung bestanden hatte.

Er will in die Welt hinausgehen und das Dharma verbreiten, das Gute fördern und das Schlechte bekämpfen. Zum Abschied hielt ihm der Meister verschiedene Gegenstände hin und sagte "wähle dir zwei Sachen davon aus und nimm sie mit auf deinen weiteren Weg". Der Schüler wählte den Spiegel und das Schwert und der Meister sagte zu ihm „Da du noch ein Anfänger bist und oft unsicher bist, wer schlecht und wer gut ist, wer heilsame und wer dämonische Energie in sich trägt, kannst du mit dem Spiegel die schlechte Energie in einem Menschen erkennen und mit dem Schwert kannst du die negative Energie in ihm transformieren.“

Der Schüler zog in die Welt hinaus und benutzte den Spiegel immer dann, wenn er Zweifel hatte, und der Spiegel gab ihm das Gefühl, dass er recht hatte.

Er war voll Eifer, das Schlechte zu bekämpfen und das Gute zu fördern.

Nach vier Jahren kehrte er zurück und sagte zu seinem Meister „Ich habe alle Aufgaben erfüllt und die Menschen in meiner Umgebung bekehrt, indem ich ihnen die Belehrungen des Buddhas vermittelt habe und dass man das Schlechte in sich bekämpfen und transformieren soll.“

 

Der Meister schaute ihn an und sagte, “da ist aber noch eine Person, die du nicht aufgesucht hast, eine Person mit dunkler dämonischer Energie in sich – und diese Person hast du noch gar nicht bekämpft.“

 

Der Schüler überlegte und überlegte, er war doch schon überall, in jedem einzelnen Dorf, und hat doch schon allen Menschen die Belehrungen des Buddhas beigebracht. Wen kann der Meister nur meinen?

 

Der Meister nimmt den Spiegel und hält ihn vor das Gesicht des Schülers.

Der Schüler kriegt einen riesigen Schrecken, als er in den Spiegel schaut und sich darin als Dämon sieht! Und er verstand gar nicht, was das zu bedeuten hat, warum seine Energie so dämonisch und schlecht war…

 

Der Meister schaut ihn liebevoll an und sagt „dämonische Energie tragen wir immer dann in uns, wenn wir die Menschen bewerten, egal, was die Menschen tun, egal, was sie getan haben und egal, was sie in der Zukunft machen werden – die wichtigste Lehre des Buddha ist aber, Liebende Güte zu praktizieren. Und das bedeutet, jeden Menschen so anzunehmen, wie er ist, ohne zu unterscheiden, wer er ist und was er gemacht hat.

 

Du aber warst die ganze Zeit unterwegs mit dieser vernichtenden Energie und glaubtest, mit dieser Energie das Gute zu fördern. Dabei hast du gar nicht erkannt, das du die Menschen ablehnst, dich von ihnen distanzierst und so starke kämpferische Energie in dir trägst.

 

Der Schüler verstand plötzlich die Belehrung seines Meisters – und er ließ sein Schwert fallen und zerbrach seinen Spiegel. Jetzt kann er die Menschen sehen, wie sie sind. Und er macht sich auf den Weg, die Liebende Güte zu lehren und jeden Menschen anzunehmen, wie er ist.

 

25.2.2019


KOPF ODER HERZ - BERÜHRUNG ZULASSEN


Zwei Dharma-Brüder wuchsen gemeinsam in einem Kloster auf. Als sie erwachsen wurden, ging jeder der beiden seinen Weg. Der Ältere zog hinaus in die Welt, in viele Länder, studierte viel und aus ihm wurde ein großer Gelehrter, der mit der Zeit immer bekannter und berühmter wurde. Er hielt seine Dharma-Vorträge an vielen Orten und war sehr beliebt bei den Menschen.


Die Jahre vergingen, seine Arbeit wurde immer mehr, und er fing an, unter ständigen Kopfschmerzen und Migräne-Attacken zu leiden. Dies wurde immer schlimmer und er beschloss eines Tages, sich eine Auszeit zu nehmen, um sich wieder zu regenerieren. Und er kehrte zu seinem alten Kloster zurück - dort wollte er wieder gesund werden.


Sein alter Dharma-Bruder lebte immer noch da und er fragte ihn: „Was hast du all die Jahre hier gemacht?“ Und der Bruder antwortete: „Ich habe den Garten gepflegt, die Blätter weg gefegt, ich habe die Buddhahalle sauber gemacht und danach geschaut, dass alles funktioniert. Nachmittags setze ich mich hin und trinke Tee und genieße den Nachmittag, abends rezitiere ich das Lotus-Sutra und gehe dann zu Bett.“


Der ältere Dharma-Bruder war sehr verwundert und sagte: „Das kann doch gar nicht sein! Du hast die ganze lange Ausbildung zum Zen-Meister gemacht und dann hast du aus deinem Leben nix gemacht.“
Der jüngere Dharma-Bruder entgegnete: „Ich hab alles gemacht, was ich machen kann.“

Der Ältere war so enttäuscht, dass er sagte, „ich werde es hier nicht aushalten, mit ansehen zu müssen, wie du dein Leben vergeudest. Du solltest in die Welt gehen und das Dharma verbreiten und dich so nützlich machen.“

Und er dachte, hier werde ich nicht bleiben, denn ich werde ständig Wut und Enttäuschung in mir tragen, also werde ich morgen abreisen.

Der Jüngere sagte: „Ich lade dich ein, heute Abend zu meiner Rezitation zu kommen.“ Der Ältere aber dachte wütend, „rezitieren kann ich auch allein“.

Aber als es Abend wurde und die Holzglocken erklangen und die Gesänge einsetzten, näherte er sich doch der Buddhahalle.

Es war eine sehr ruhige friedvolle Stimmung. Zu seiner Verwunderung sah er viele Tiere auf der Terrasse vor der Buddhahalle, Vögel hatten sich niedergelassen, neben ihnen hatten sich die Klosterkatzen eingefunden. Etliche Hunde hatten sich versammelt und sogar wilde Tiere aus dem nahegelegenen Wald.

Er war völlig überrascht von diesem Anblick und er ging in die Buddhahalle hinein, der Jüngere war dort tief versunken in seine Rezitation. Und zum ersten Male in seinem Leben spürte er, was tiefe Verbundenheit heißt. Sein Herz wurde berührt, so tief berührt, dass seine Tränen anfingen zu fließen. Er spürte die Verbundenheit mit der Natur, mit den Tieren, mit dem Platz hier, wo er aufgewachsen ist, wo er seine Ausbildung gemacht hatte. Und er spürt sich selbst so intensiv wie nie zuvor. Es war ein Moment, in dem er die ganze Welt hätte umarmen können, und er verstand, dass das, was er bis jetzt gemacht hatte, nur der reine Intellekt war - und es niemals sein Herz berührt hatte.


Während der Jüngere sein Leben ganz einfach gestaltete, war jedoch sein Herz stetig offen, so weit offen, dass es alle Menschen und Tiere in seiner Umgebung tief berührte.


Er verstand, dass Ruhm und Ehre und Macht nicht wirklich viel bedeuten, er fühlte, dass dies alles nicht wirklich wichtig ist. Genau das hatte er aus den Augen verloren, weil er sich zu sehr nach außen orientiert hatte; das Wesentliche und Wichtigste im Leben hatte er ausgeblendet - nämlich mit Allen und Allem tief verbunden zu sein.


Und er fand Heilung in sich, er fühlte sich leicht und entspannt, seine Kopfschmerzen verschwanden - weil er das gespürt hatte, was er die ganze Zeit gesucht hatte, ohne es benennen zu können, nämlich die tiefste Berührung überhaupt.


So können viele Wunden heilen, es können Wunder geschehen, etwas in uns kann erweckt werden. Die Fähigkeit, sich tief berühren zu lassen, ist in jedem von uns - wenn wir sie einladen und willkommen heißen!


18.2.2019

FRÜHJAHRSPUTZ

Wenn der Winter allmählich zu Ende geht und die Sonnenstrahlen anfangen zu wärmen und das helle Licht in unsere Zimmer scheint, dann merken wir, dass es Zeit für den Frühjahrsputz ist. Denn jetzt kommt vieles zum Vorschein, was wir in der dunklen Jahreszeit gar nicht gesehen haben. Es hat sich Staub gesammelt, die Fenster sind schmutzig, unter dem Bett sind große Staubwolken, es ist schmuddelig überall, wo der Blick nicht darauf fiel.
Deshalb ist es nun an der Zeit, tatkräftig unsere Wohnung zu säubern!

Unsere Umwelt ist extrem belastet durch Schwermetalle, Abgase, Elektrosmog, Feinstaub, Pestizide im Essen und im Grundwasser, Toxine in Kosmetika und Putzmitteln, die wir tagein tagaus mit unserem Körper aufnehmen.
Deshalb ist es so wichtig, auch unsere Körper zu reinigen! Die Zeit des Erwachens der Natur bietet sich an, uns zu entgiften. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, Fasten, Ausleiten, Entschlacken, Entsäuern... Am effektivsten geschieht es durch Fasten.

Es ist aber auch an der Zeit, innerlich Einkehr zu halten und zu schauen, ob wir nicht auch geistige Vergiftungen in uns tragen, Schwere, Konflikte, Schmerzen, Verletzungen tief in unseren Herzen.
Benutzt die Zeit, in der die Sonne sich wieder zeigt, um positive Energie in euer Leben fließen zu lassen; um zu sagen: „ich bin bereit, die Vergangenheit loszulassen, meinen Schmerz freizugeben und alles, was es in mir schwer macht. Ich möchte mein Herz wieder öffnen, um frei zu werden.“
Du kannst beispielsweise aufschreiben, was dich belastet und die Papierschnipsel in einem kleinen Ritual in den Main oder die Nidda streuen.
Oder du sagst dir ganz bewußt, „hiermit möchte ich mein Leid und meine Trägheit beenden, ich säubere mein Herz und lasse die Frische rein, lasse die Buntheit rein und lasse die Sonne und die Wärme wieder zu mir zurück kommen.“

Du entscheidest, was dich belastet, du entscheidest, was dich fröhlich macht - es ist beides eine Frage des Blickwinkels und du hast es in deiner Hand.
Der Frühling ist eine gute Zeit, unser erneut Herz zu öffnen, mit seiner Farbenpracht, den Blumen, den Knospen, der Wärme. Lass dein Herz genauso erblühen wie die Natur erblüht.
Ich wünsch dir, dass du ganz viele Lebensimpulse hast! Umarme dein Leben! Denn das Leben ist sehr kostbar und dein Leben ist einmalig.


 

11.2.2019

UND WENN ICH NIEMANDEN AN MEINER SEITE HABE?

Am 14.2. ist Valentinstag. Das ist der Tag, an dem wir an an den Menschen denken, den wir lieben und wir versuchen, ihm eine Freude zu bereiten.

Heute richtet sich mein Impuls insbesonders an diejenigen, die keinen Menschen an ihrer Seite haben und niemanden, der ihnen eine Freude macht. Deshalb sollen wir an diesem Tag wieder eine schöne Beziehung zu uns selbst aufbauen und den Tag liebevoll uns selbst widmen.

Wenn dir kein Mensch Blumen schenkt, dann kauf dir eine schöne Blume und schenke sie dir selbst! Begehe den Tag feierlich, zieh dich schön an, mach dich hübsch für dich selbst und koch dir ein leckeres Essen, bei dem du das Gefühl hast: Ja, das ist genau das, das meinem Bauch und meinem Herzen schmeichelt und wohl tut.

Sehr oft vergessen wir uns selbst. Wir lernen nur, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen – was uns mal mehr, mal weniger gelingt - aber haben vergessen, dass auch die Beziehung zu uns selbst so wichtig ist.

Denn wenn du liebevoll mit dir selbst umgehst, fließt die Liebes-Energie durch deinen Körper. Und dein Körper, der dich am Leben erhält, durstet danach. Er sehnt sich danach, von dir mit Liebes-Impulsen und Liebes-Energie gefüllt zu werden. Aber das schaffen wir nur, wenn wir wieder den Kontakt herstellen mit unserem Körper, mit unseren Gefühlen, mit dem, was unserem Herzen Freude macht und was uns die Weite gibt.

Und deshalb empfehl ich dir, am Valentinstag daran zu denken - und nicht nur heute, sondern auch an den Tagen, an denen du dich nicht so gut fühlst und du einsam bist. Das ist genau die Zeit, an denen du mehr Zeit mit dir verbringen solltest.

Weil je mehr du eine Beziehung zu dir aufbaust, desto gestärkter bist du, desto stabiler bist du.

Stelle dir ein Gerüst vor, dass du aufbaust. Wenn ein Holzbalken allein irgendwo steht, dann ist er so schwach, dass er durch Winde und andere Kräfte zerbrechen kann. Aber wenn du mehrere Holzbalken dazu baust, daraus ein Gerüst machst, dann ist dieses Gerüst stabil, und je mehr Verbindungen dazu kommen um so stabiler wird das Gerüst.

Und so ist es auch mit deiner inneren Stabilität, die du aufbauen solltest. Bau die Verbindung zur Freude auf, bau die Verbindung zu deinem Liebesgefühl auf, bau die Verbindung zu deiner Neugier auf. Und bau auch die Verbindung dazu auf, einfach mal Unsinn zu machen, und zu kichern und zu lachen!

Nur so bist du stabil in dir und gehst so gestärkt durch das Leben. Egal was das Leben dir bringt, was es bietet, welche Höhen und Tiefen - du bist bei dir. Weil du dir eine Liebesbeziehung erklärt hast.

Und das öffnet dein Herz!

Ich wünsch dir viel Wärme, viel Liebe, und viel Geborgenheit, die du dir selbst gibst. Und für den nächsten Valentinstag einen Menschen an deiner Seite!

 

4.2.2019

MÖGE DAS JAHR DES SCHWEINS EUCH VIEL GLÜCK, VIEL KRAFT UND VIEL ENERGIE BRINGEN!

Ihr seit herzlich zu den Feierlichkeiten die ganze Woche über in der Pagode Phat Hue in Frankfurt, Hanauer Landstr. 443 eingeladen.

Heute  beginnt das asiatische Neue Jahr. Es steht entsprechend der chinesischen Tierkreiszeichen im Zeichen des Schweins im Element Erde.

Das Schwein bringt uns viel Glück, Reichtum und Zufriedenheit. Besonders im Jahr des Erd-Schweins ist Zusammenhalt sehr wichtig und in diesem Jahr sollen wir näher aneinander rücken und Gemeinschaften bilden. Die Verbundenheit, Gemeinsamkeit und Gemeinschaft stärkt jeden einzelnen von uns und mit dieser Energie tun wir nicht nur uns selbst gut, sondern wir können dadurch unsere Umgebung und die Gesellschaft stark zum Positiven beeinflussen.

Im Jahr des Schweins ist es auch wichtig, dass wir lernen, unsere eigenen Grenzen zu setzen und auf uns zu achten, damit wir unser Herz öffnen können.

Gleichzeitig, da wir Gemeinschaften bilden, Zusammengehörigkeit praktizieren und miteinander unterwegs sein werden, ist die Toleranz sehr wichtig, und vor Allem sollen wir nicht kleinlich sein, sondern ein Herz von Großzügigkeit entfalten und so durch das Jahr gehen.

Besonders in diesem Jahr ist es von Bedeutung, zu lernen, dass auch Genügsamkeit eine Tugend ist.

Und viel Mut wird in diesem Jahr von uns verlangt!

Wir starten ins neue Jahr mit einer Silvesterfeier.

Es gibt sehr viele Programmpunkte, von Gebet bis zu Neujahrszeremonie, und vielfältige leckere Dinge zum Essen.

Es wird bunt, es wird laut, und wie es in Asien üblich ist, feiern wir das Neue Jahr mit Karaoke und Tanz und mit jeder Menge Knaller, die alle bösen Geister vertreiben sollen.

Das Haus ist gereinigt, so dass die neue Energie fließen und uns willkommen heißen wird.

Ich wünsche Euch, dass ihr im Jahr des Schweins ganz viel Schwein habt!

Machen wir unserem inneren Schwein ein bisschen Platz, nehmen wir unsere eigenen Bedürfnisse wahr und erfüllen sie, lasst uns aber gleichzeitig auch Genügsamkeit üben. Das Schwein lehrt uns, dass unser Glück schon vorhanden ist und dass wir lernen sollen, das, was wir bereits haben, wertzuschätzen, und noch mehr die Aufmerksamkeit und Liebe auf unsere Familie, Brüder, Schwestern, Kollegen zu richten.

Ich wünsche euch viel Glück, viel Kraft, viel Energie!

 

 

28.1.2019

DIE GESCHICHTE VOM OCHSEN, DEM HUND UND DEM FISCH

Vor vielen Jahren lebten auf einem Bauernhof viele Tiere.

Eines Tages kam der Ochse von seiner Arbeit auf dem Feld und sagte zu dem Hund „Weißt du, du hast so viel Glück, du brauchst nichts zu tun, ich aber bin den ganzen Tag auf dem Acker, muss hart arbeiten, ich werde gepeitscht und werde dazu gezwungen, die Arbeit zu Ende zu machen – mein Leben ist so anstrengend. Du als Hund hast es gut, du mußt nix tun, du darfst dich jederzeit hinlegen und ausruhen, und du wirst gestreichelt und gefüttert, und du musst nichts dafür machen.“

Der Hund entgegnete: „Ach, du weißt gar nicht, wieviel Arbeit ich habe, du kannst in der Nacht wenigstens schlafen, ich nicht. Ich muss Tag und Nacht Wache halten, ich muss meine Ohren immer steif halten, sobald ein Geräusch da ist. Ich kann keine Nacht durchschlafen, so was kenn ich gar nicht. Und du, du hast das Glück, du kannst dich abends einfach hinlegen und in tiefen Schlaf fallen, kannst die Nacht durchschlafen. Ich habe diese Möglichkeit nicht. Du weißt gar nicht, wie mir ist, ich kriege einfach keine Ruhe.“ Und der Ochse sagt: „Hm, daran habe ich nicht gedacht.“

Der Hund entgegnet: „Weißt du, wer viel mehr Glück hat als wir, das sind die Fische im Fluss. Die haben nichts zu tun, können sich jederzeit frei bewegen, haben kein Herrchen, keine Kontrolle, und können ihre Zeit genießen.“ Und beide laufen zum Fluss und befragen einen Fisch. Der allerdings entgegnet: „Ach wisst ihr, so glücklich sind wir auch nicht, mittlerweile sind die Flüsse so verseucht, dass wir damit rechnen müssen, dadurch zu sterben. Tagein tagaus müssen wir so viel Plastik schlucken, dass unsere Gedärme gar nicht mehr funktionieren und unser Bauch sich aufbläht und wir uns gar nicht wohlfühlen. Aber es gibt keinen Ort, an den wir gehen können. Nirgendwo gibt es noch sauberes Wasser und deshalb müssen wir hier aushalten mit allem Dreck und aller Verschmutzung. Aber ihr – ihr könnt jederzeit weglaufen, ich nicht, ich hab nur meinen Fluss.“

Von dieser Geschichte können wir so einiges lernen. Viele von uns beneiden den anderen, dass dieser scheinbar so viel Glück hat, so viel mehr als man selbst; aber keiner kann sich wirklich in einen anderen Menschen hinein versetzen, denn jeder ist in seiner eigenen Welt gefangen und sieht den anderen nur von außen durch seine eigene gefärbte Brille.

Deshalb lehrt der Buddha uns, achtsam mit uns umzugehen und unser eigenes Leben wertzuschätzen und das Glück darin zu sehen. Das Glück können wir erkennen und weiter entwickeln, wenn wir liebevoll und aufmerksam mit uns und unseren Mitmenschen sind, und verantwortungsbewusst und mit wachen Sinnen unsere Umwelt behüten.

Versuch doch erstmal, achtsam für dich in den Tag zu gehen und deine Umgebung so zu gestalten, dass es für dich gut ist, aber auch schonend für deine Umwelt. Das Vergleichen und Bewerten verliert so immer mehr seine Bedeutung und du lädst das Glück zu dir ein.

 


21.1.2019

DIE GESCHICHTE VOM HUHN, DAS GOLDENE EIER LEGT

Bevor Thich Nhat Hanh krank wurde, schrieb er eine Geschichte für Kinder. Sie handelt von einem Huhn, das goldene Eier legen kann und geht so:

Ein kleiner Junge namens Dam – Dam bedeutet Herz – betreute ein Huhn, und für ihn war es ganz normal, wenn das Huhn Eier legte und daraus Küken schlüpfen und er mit den Küken spielen konnte, das war das Glück und die Freude seiner Kindheit. Ob das Ei golden war oder weiß oder braun, war ihm egal, wichtig war für ihn, dass daraus ein Küken schlüpfte, mit dem er spielen konnte.

Als die Eltern erkannten, dass die goldenen Eier wertvoll waren, fingen sie an, das Huhn zu bewachen, sie brachten es ins Haus und sperrten es ein, so dass das Huhn nicht mehr sein gewohntes Leben leben durfte, es durfte nicht mehr draußen sein, frei umherstolzieren, picken, scharren, Kinder haben, nicht mehr einfach Huhn sein. Das schmerzte Dam, denn er sah, wie traurig das Huhn war und er wünschte sich so sehr, dass das Huhn wieder draußen sein könne.

So fragte er seine Mutter: „Mutter, wenn wir einen großen Garten hätten, in dem das Huhn frei laufen kann, dann müssen wir es doch gar nicht mehr bewachen, das Huhn kann dann mit Frieden und Freude in diesem Garten sein.“

Und die Mutter erwiderte: „Wenn wir durch den Verkauf der goldenen Eier genug Geld gespart haben, dann können wir das Huhn wieder draußen laufen lassen.“

Als sie aber das Geld hatten und einen großen Garten gekauft hatten, trauten sie sich nicht, das Huhn darin sein zu lassen, weil sie Angst hatten, dass Diebe kommen und das Huhn stehlen oder die Nachbarn neidisch werden und ihnen das Huhn wegnehmen würden - also blieb das Huhn weiterhin im Hause eingesperrt.

Als Dam größer wurde, fing er an, sich zu fragen, was wirklich glücklich macht: Gold im Hause zu haben, aber eingesperrt zu sein - oder in der Einfachheit und draußen in der Natur viele Freiheiten und Möglichkeiten der Freude zu haben.

Mit dieser kleinen Geschichte will Thich Nhat Hanh uns daran erinnern, dass oft das, von dem wir meinen, dass es wertvoll sei, uns in Wirklichkeit einsperrt und einschränkt - und wir uns begrenzen, indem wir "goldene Eier" behüten.

Lernen wir aber zu erkennen, dass ganz einfache Dinge glücklich machen und ein einfaches Leben uns erfüllt, haben wir viel mehr Freiheit und Freude, haben wir viel mehr vom Leben.

 


14.1.2019

NUR WER SICH SELBST ENTDECKT KANN SICH FINDEN

Ein junger Mann will in einem Zen-Kloster aufgenommen werden. Er geht zum Meister und fragt: „Was sind meine Aufgaben, wie soll ich praktizieren?“ Der Meister sagt :“Als erstes lerne die Menschen hier kennen, und zwar alle.“ Am nächsten Tag kommt der junge Mann zurück: „Ja, das habe ich.“ „Nein, nein, du hast noch jemanden übersehen, such ihn, finde ihn.“

In den nächsten Tagen lernt der junge Mann den Gärtner kennen, den Hausmeister, den Torwächter. Er kehrt zum Meister zurück und sagt „Jetzt kenne ich wirklich alle“. Der Meister aber schaut ihn an und sagt „Eine Person hast du übersehen.“

Er sucht weiter in allen Winkeln, in der Scheune, im Zen-Garten, im Keller und kommt dann zu einem Brunnen und schaut dort hinein, ob vielleicht darin jemand ist. Er beugt sich über den Rand des Brunnens und sieht, wie sich im Wasser sein Gesicht spiegelt. Er sagt zu sich „Alle anderen habe ich kennengelernt, aber mich selbst kenne ich überhaupt nicht.“ So eilt er zu seinem Meister zurück: „Der letzte Mensch, den ich fand, bin ich selbst – und mich kenne ich noch gar nicht.“

Der Meister lächelt und sagt: „So, dann mach dich auf den Weg, um dich kennenzulernen. Geh den Zen-Weg.“ Er setzt sich hin, meditiert, schaut seine Emotionen an, schaut an, was er alles verdrängt hat, wie er so viel kompensiert, betrachtet seine Ängste. Dann geht er wieder zum Meister und sagt „Meister, ich weiß jetzt, wer ich bin.“ Der aber schaut ihn an: „Das, was du meinst, von dir zu kennen, sind nur deine eigenen Begrenzungen. Mach dich auf den Weg und finde heraus, wer du wirklich bist.“

Er weiß aber gar nicht, wo er suchen soll. Er kann weder in der Meditation mehr von sich entdecken noch außerhalb. So geht er wieder zum Meister „Wo kann ich mich denn nur finden?“ Und der Meister sagt „Geh in die Wüste für einen Monat – und wenn du es schaffst, einen Monat in der Wüste zu überleben, dann hast du dich kennengelernt.“

Der Schüler geht in die Wüste, und da war nichts außer Sand, weder Essen noch Wasser. Aber er will die Aufgabe erfüllen und so geht er weiter in sie hinein. Tagelang hat er nichts zu essen, ist schon halb verdurstet, und er denkt: „Ich kann hier nicht überleben, ich werde sterben.“

Er ist mit seiner Kraft völlig am Ende und fällt bewußtlos zu Boden. Irgendwann wacht er aus der Ohnmacht wieder auf und spürt, dass er noch lebt. Mit aller Kraft hält er Ausschau, wie er sich retten kann, er sagt sich „Nein, jetzt erforsche ich nicht mehr mich selbst, jetzt will ich nur noch überleben!“ Und er entdeckt Fußspuren und schafft es, ihnen zu folgen, sie führen ihn zu einer Oase, wo er seinen Durst löschen und er sich wieder erholen kann. Inzwischen ist ein Monat verstrichen.

Er kehrt zu seinem Meister zurück und sagt, „ich will mein Leben gar nicht aufs Spiel setzen, ich will gar nicht mehr nach mir suchen, ich will leben ohne Begrenzung“. Und der Meister entgegnet: „Hast du gemerkt, dass du mehr als deine Begrenzung bist? Hast du gemerkt, dass du mehr als deine Ängste bist? Hast du gemerkt, dass du mehr bist als das, was du von dir geglaubt hast? Du bist den Weg gegangen, du hast überlebt und du bist zurück gekommen. Du hast verstanden, dass du viel mehr bist als das, was glaubtest.“

Das ist unsere Aufgabe: In unserem Leben unser wirkliches Wesen, unsere wirkliche Energie zu entdecken, und dies ist unendlich groß. Nur derjenige, der sich selbst entdeckt, kann sich finden.

Du bist großartig, du bist wundervoll, du bist einzigartig – das mußt du erkennen.

 


7.1.2019

WIE MÖCHTEST DU UNTERWEGS SEIN?

Ein Mann heiratete eine Frau. Sie war sehr ruhig, war immer für ihn da, kümmerte sich um alles, so dass sein Leben ganz glatt lief. Sie begleitete ihn überall hin, auch dahin, wo er seine Arbeit hatte. Sie sorgte sich um alle Dinge zu Hause, machte ihr Leben sehr angenehm. Sie bewirkte, dass alle Verwandten miteinander redeten und der Kommunikationsfluss in der Familie harmonisch war. Sie kümmerte sich um seine Gesundheit, dass er genug schlief und sein Körper in Balance blieb.

Jedoch war der Mann unzufrieden, weil seine Frau immer im Hintergrund blieb, irgendwie für ihn nicht sichtbar war; er hatte das Gefühl, er kann sich mit ihr nicht zeigen, hielt sie für unscheinbar und unattraktiv. Deshalb stellte er sie niemanden vor, verheimlichte sogar nach außen, dass sie seine Frau war.

So trennte er sich eines Tages von ihr und suchte sich eine zweite Frau.

Diese Frau wollte ihm beibringen, was das Leben alles zu bieten hat und sie sorgte dafür, dass er ständig sinnlich vergnügt war und besonders gut gefiel ihm ihr intimes Zusammensein. Seine Sehnsucht jedoch wurde immer größer, sein Verlangen nahm zu, und egal, was seine zweite Frau für ihn anstellte, es genügte ihm nicht und er wollte mehr und mehr.

Weil er ständig unzufrieden war, verließ er sie eines Tages und suchte sich eine dritte Frau.

Diese war sehr attraktiv, sie wollte gesehen werden und dass er zeigt, dass er stolz war auf seine schöne Frau und darauf, was sie alles kann. Sie beanspruchte einen sehr großen Platz in seinem Leben. So versuchte sie auch, seine früheren zwei Frauen aus seinem Bewusstsein zu verdrängen. Diese dritte Frau war sehr extrovertiert, ständig mit sich und ihrer Erscheinung beschäftigt, nahm sich wenig Zeit dafür, sich um ihn und ihr Zusammenleben zu kümmern. Sie war ständig abgelenkt, mit Unwesentlichem beschäftigt und er empfand mehr und mehr ihre Oberflächlichkeit und fühlte sich nicht tief mit ihr verbunden.

Irgendwann kam der Wunsch in ihm hoch, zu seiner zweiten Frau zurückkehren, denn er erinnerte sich, wie schön es war, das Leben mit ihr zu verbringen, wie gut sie sich verstanden hatten - wenn nur dieses ungestillte Sehnsuchtsgefühl nicht gewesen wäre...

Dann aber wird ihm klar, dass es eine Frau in seinem Leben gab, die zwar immer im Hintergrund blieb, die aber für ihn sorgte, sein Leben so angenehm machte, die sich um alles kümmerte, dass ihr Leben gut funktionierte - und das war seine erste Frau. Und er lernt erst jetzt, seine erste Frau wertzuschätzen.

Diese drei Frauen symbolisieren drei Ebenen in uns. Die erste Frau ist unser Wesen, das, was ständig da ist, was uns mit dem Leben verbindet, was unser Leben ausmacht. Die zweite Frau verkörpert die Sehnsuchtsebene, die Sehnsucht nach dem Leben, die uns an die Unzufriedenheit fesselt und vom Hier und Jetzt ablenkt. Die dritte Frau ist unser eigenes Ego, das immer gesehen werden will, das im Außen und in der Ablenkung agiert.

Auf welcher Ebene möchtest du unterwegs sein? Du entscheidest selbst!

 


31.12.2018

Impuls für das Jahr 2019

LEBE UND UMARME DAS LEBEN

Zum Neuen Jahr schickte mir jemand ein Familienfoto, ich konnte aber nicht erkennen, wer die Personen auf dem Foto sind. Ich schrieb zurück „Wer bist du denn?“ und erhielt die Antwort:

“Ich bin das Mädchen, das du vor 20 Jahren unterstützt hast. Du hast mir ermöglicht, auf die Uni zu gehen und meinen Abschluss dort zu machen; ich gründete meine Familie und bekam zwei Kinder. Inzwischen bin ich selbstständig, habe meine eigene Firma und ich unterstütze meine ganze Familie. Ich habe meine Eltern aus Vietnam zu mir geholt und wir leben hier jetzt sehr glücklich zusammen.“

Damals war es eine sehr spontane Entscheidung von mir, dies Mädchen, das aus Vietnam nach Deutschland kam, zu unterstützen. Sie wollte unbedingt lernen und hatte nicht die Möglichkeit, ihr Studium zu finanzieren. Ich habe sie vier Jahre lang unterstützt - das war das, was ich geben konnte und es war sehr schön für mich.

Ich merke immer mehr, dass es so viele Möglichkeiten im Leben gibt, anderen Menschen zu helfen, sie zu unterstützen, etwas positiv für sie zu beeinflussen – was für uns oft gar nicht viel bedeutet. Aber egal was du für jemanden tust, du bewirkst so oft auf lange Sicht so viel in seinem Leben, und sei es, dass du nur die Hand auf jemandes Schulter legst, jemanden tröstest oder einen motivierenden Satz sprichst.

Wenn wir uns positiv und heilsam den Menschen zuwenden, wirkt diese Schwingung, diese Energie nach Jahren noch tief in das Leben der Menschen hinein!

Im Jahre 2019 ist es auch meine eigene Motivation, achtsam mit meiner Rede, achtsam mit meiner Handlung umzugehen und glücklicher, freundlicher und gelassener Verbindung zu allen Menschen aufzunehmen und zu vertiefen.

Ich möchte dich gleichfalls dazu motivieren: Rede freundlich, handle harmonisch, öffne dein Herz und begegne dem Leben. Egal was da kommt, es ist ein Geschenk!

Für das Neue Jahr wünsche ich dir, dass du jeden Tag, jeden Augenblick das Leben umarmst, das dir geschenkt wurde.

Ich wünsche dir viel Glück, viel Gesundheit und - was besonders wichtig ist - dass du zu dir kommst, dass du dir selbst begegnest. Das Leben ist ein Geschenk Gottes, ein Geschenk des Universums, das du tief in dir trägst.

Lebe!