Thay Tu Tri - der Abt

 

Der Mönch und Zenlehrer Thich Tu Tri wurde 1940 in Bien Hoa, in Südvietnam geboren und hat bis 1981 mit seiner Familie in Saigon gelebt und als Mathematiklehrer gearbeitet.

1981 floh er aus Vietnam und kam als Boatpeople nach Deutschland.

1986 wurde er Mönchanwärter, 1988 Novize und im Jahr 1993 wurde er voll ordiniert durch seinen Hochehrwürdigen Meister Thich Thien Dinh in Marseille (gest. 1998).

1998 -2002 wurde er Abt der Pagode Tam Giac in München, bis er im Jahr 2002 als Mönchsältester und Stellvertretender Abt in die Pagode Phat Hue nach Frankfurt kam und die deutsch-vietnamesische buddhistische Gemeinde mit aufbaute.

 

Im Februar 2014 wurde ihm das Amt als Abt der Pagode Phat Hue und Buddhas Weg übertragen.

 

Gemeinsam mit dem Ehrw. Bhante Punnaratna und der Ehrw. Nonne Young Gong hat der Ehrw. Thay Tu Tri die spirituelle Leitung der Pagode in Frankfurt und der Klosters Buddhas Weg inne und leitet beide Häuser im Sinne des Dharmas.

 

Die Haupttätigkeit des Ehrw. Thay Tu Tris liegt in seinem Priesteramt und der Durchführung der traditionellen Zeremonien und Unterweisungen.

 

Als spiritueller Lehrer legt er den Fokus darauf, in der täglichen Praxis Raum zu schaffen, für Rückzug und Kontemplation und von den weltlichen Aspekten des Lebens Abstand zu nehmen, durch Meditation und Achtsamkeit. Dies sagt er in seiner Bescheidenheit, das sei das einzige, was er den Menschen anbieten kann.

 

Der erhrw. Thay Tu Tri am 3. Februar 2014 

Hier in unserer Pagode treffen sich so viele unterschiedliche Menschen aller Nationalitäten und Kulturen. Ganz gleich woher wir kommen, in einem sind wir alle gleich: wir wollen glücklich sein und jeder von uns hat größere oder kleinere Probleme. Das besondere an Buddhas Lehre ist, dass Buddha für jedes Problem das existiert, eine Medizin zur Heilung hat bzw. ein Mittel, um es zu lösen.

Und was ist diese Medizin?

Im Buddhismus sagen wir, ganz gleich woher wir kommen, und wer wir sind, wir sind alle gleich in einer Sache: wir sind alle Menschen und alle denken wir in erster Linie an uns selbst als an andere. Wir denken ICH.

Und Buddha rät uns, statt ICH, mehr an andere zu denken, als an uns selbst.

Er rät uns, unsere Ich-Bezogenheit, unser Ego aufzulösen, denn es ist wie eine Krankheit. Und durch Meditation und Mitgefühl, lässt sich diese "Krankheit" heilen.

Damit meint er nicht, dass alle Krankheiten durch Meditation und Mitgefühl geheilt werden, obwohl wir innerlich und äußerlich gesünder leben durch Meditation und mitfühlendes Denken. Was er damit meint ist, wir haben immer zwei Seiten in uns: die körperliche und die seelisch/geistige Seite. Durch die Trennung von Körper und Geist sind wir immer ein bisschen depressiv oder ein bisschen durcheinander und desorientiert.

Warum?

Buddha hat darauf eine einfach Antwort: weil bei uns Körper und Geist nie zusammen sind. Eigentlich sind sie eine Einheit, aber wir sitzen auf einem Kissen und unsere Gedanken sind ganz woanders. Körper und Geist sind nicht zusammen. Im Buddhismus wird immer mit dem Schlagwort HIER & JETZT gesprochen. Was ist damit gemeint?

Wenn wir von Hier & Jetzt sprechen, ist genau das gemeint: Körper und Geist sind zusammen. Sind eine Einheit.

In unserer Achtsamkeitspraxis üben wir das: Körper und Geist zusammen zu bringen. Ob in der Meditation oder in der Arbeit: wir arbeiten mit Körper und Geist und bringen beide zusammen in eine Einheit. Auf diese Weise können wir Krankheiten vermeiden, aber das ist nicht unser Ziel. Unser Ziel geht viel weiter. Im Buddhismus sprechen wir von Erleuchtung, aber wenn wir ganz von vorne beginnen, mit dem ersten Schritt, dann sprechen wir im Buddhismus nicht nur von einem Leben, sondern von vielen Leben. Und in jedem Leben haben wir uns viele schlechte Gewohnheiten aneignet. Und wenn wir diese Gewohnheiten versuchen ein bisschen zu ändern, merken wir: das ist nicht so einfach. Dazu müssen wir sehr tief und weit reflektieren und mit Meditation üben.

 

Deshalb wünschen wir allen Menschen die hierher kommen, dass sie bei uns einen Ort und Anleitung finden, sich selbst Raum zu geben, um

  • Zeit zu haben zu meditieren
  • Zeit zu haben, tief zu schauen und zu reflektieren
  • und bei sich selbst anzukommen

 

Wir wissen noch nicht, wohin die Entwicklung geht und was das Leben für uns bereit hält. Wichtig ist, dass wir alle in der Offenheit bleiben und jede Entwicklung zulassen können.

Ich hoffe, dass alle Menschen die sich mit der Pagode Phat Hue und Buddhas Weg verbunden fühlen die beiden Häuser weiterhin unterstützen und sie weiterhin Orte sind, wo Menschen einen Zufluchtsort und ein Zuhause finden. Jeder von uns hat den gleichen Wunsch nach Glück und einem friedlichen Leben. Es liegt mir am Herzen, die Belehrungen Buddhas weiter zu geben und zu praktizieren, damit jeder das Glück in sich finden kann.