108 Verbeugungen

Die 108 Verbeugungen

Ablauf einer Verbeugung

Täglich um 07.00 und 17.00 Uhr werden in Buddhas Weg die 108 Verbeugungen geübt.
 Im Folgenden finden Sie Informationen zur Praxis des Verbeugens, Video-Anleitungen für die Übung Zuhause sowie den Text der 108-Reflektionen.

 

Allgemeine Informationen

Das Verbeugen vor einem Buddha geschieht u.a. mit dem Wissen, dass jedes Lebewesen den Samen der Erleuchtung im Herzen trägt. Der Buddha steht hier als Erinnerung an das uns innewohnende Potential der Befreiung, welches der Buddha bereits verwirklicht hat. Buddhisten verbinden das Verbeugen oft auch mit dem Nähren einer Entschlossenheit des Herzens, stabil und beständig auf dem Weg von Mitgefühl und Weisheit zu bleiben. Wir verbeugen uns also immer vor heilsamen Geistesqualitäten, die wir in unseren Herzen tragen und die wir noch im Begriff sind zu entfalten.

 

Die 108 Reflektionen

Die Verbeugungen werden von 108 reflektierenden Sätzen und Impulsen begleitet. Mit diesen Reflektionen betrachten wir uns selbst und unser Leben auf eine neue, heilsame sowie frische Art und Weise. Üben wir die 108 Verbeugungen am Morgen, bleibt oft der ein oder andere Satz in unserer Erinnerung zurück und begleitet uns durch den bevorstehenden Tag. Üben wir die 108 Verbeugungen am Abend, helfen die Reflektionen uns dabei, das erlebte des Tages zu verarbeiten.

 

Meditation in Bewegung

Die 108 Verbeugungen können auch als eine Form der bewegten Meditation geübt werden. Hierzu folgen wir mit unserer Aufmerksamkeit während den Verbeugungen den gleichmäßigen Bewegungen unseres Körpers. Dadurch verweilen wir während der Übung im Hier und Jetzt und schulen gleichzeitig Körperbewusstheit und Achtsamkeit.

 

 

Ablauf der Verbeugungspraxis

Bevor wir mit der Übung der 108 Verbeugungen beginnen, können wir uns für einige Augenblicke unsere Motivation bewusst machen, weshalb wir die Verbeugungen praktizieren. Buddhisten denken hier üblicherweise daran, dass die heilsamen Verdienste dieser Praxis nicht nur sich selbst, sondern allen fühlenden Lebewesen helfen und zugute kommen mögen.

Nach dem man sich diese heilsame Motivation vergegenwärtigt hat, beginnen wir die 108 Verbeugungen auszuführen. Der Ablauf einer Verbeugung ist auf den zwei Abbildungen weiter oben frontal und seitlich dargestellt.

Zum Abschluss der Verbeugungen können wir für einige Momente innehalten, die Übung nachklingen lassen und dann die Verdienste der Übung mit allen fühlenden Lebewesen teilen: Mögen die angesammelten Verdienste dieser Übung allen Lebewesen helfen - Mögen alle Lebewesen gesund und wohl sein. Mögen alle Lebewesen sich von ihren Leidenskreisläufen befreien.

 

Video-Anleitung der 108 Verbeugungen

Für die Übung Zuhause können Sie hier die Video-Anleitungen der 108 Verbeugungen auf deutsch oder englisch abrufen. 
Das Video stammt von dem koreanischen
 Kloster-Programm Temple-Stay:

 

Video-Anleitung Deutsche Version:

 

 

Video-Anleitung Englische Version:

Die 108 Reflektionen zu den 108 Verbeugungen


Diese Übersetzung stammt aus dem koreanischen Kloster-Programm Temple-Stay. An manchen Stellen trifft diese deutsche Übersetzung leider nicht die genaue Bedeutung der englischen Vorlage. An diesen Stellen haben wir in [eckigen Klammern] eine alternative Übersetzung für ein besseres Verständnis hinzugefügt.


1. Für tiefen Respekt für alles Leben, verbeuge ich mich.
2. Für Bescheidenheit und Befreiung schlechter Gewohnheiten, verbeuge ich mich.
3. Um mich vom egoistischen Verhalten für Eigennutzen zu erlösen, verbeuge ich mich.
4. Für die Einsicht, dass Du und ich gleichermaßen wertvoll sind, verbeuge ich mich.
5. Um in mir stets entstehende Gier zu kontrollieren, verbeuge ich mich.
6. Für die Geduld gegen die Wut im Geiste, verbeuge ich mich.
7. Um auf mein gesamtes Leben mit ganzem Herzen zurückblicken zu können, verbeuge ich mich.
8. Um mein wahres Ich zu finden und mein inneres Wachstum zu steigern, verbeuge ich mich.
9. Um verblendeten Verstand verwerfen zu können und Weisheit in mir wachsen zu sehen, verbeuge ich mich.
10. Ich bin stolz, dass ich geduldig auf dem schwierigen Weg des Lebens gegangen bin, und verbeuge mich.
11. Ich danke mir, dass ich mich vom Bösen distanziert und mich mit dem Guten angefreundet habe, und verbeuge mich.
12. Um mich für alle Bekanntschaften zu bedanken, die es möglich gemacht haben, was ich heute bin, verbeuge ich mich.
13. Um mich für die endlose Liebe meiner Eltern zu bedanken, verbeuge ich mich.
14. Um allen Lehrern zu danken, die mich zur Wahrheit geführt haben, verbeuge ich mich.
15. Um meinen Freunden und Kollegen zu danken, mit denen ich schwierige Zeiten geteilt habe, verbeuge ich mich.
16. Um meinen Vorfahren zu danken, denen ich meine Existenz verdanke,  verbeuge ich mich.
17. Um der unendlichen Grazie der Luft, des Wassers, der Natur und des Universums, die die Quellen des Lebens sind, zu danken, verbeuge ich mich.
18. Ich denke darüber nach, ob meine maßlose Gier Unglück hervorgerufen hat, und verbeuge mich.
19. Ich denke darüber nach, ob meine obsessive Liebe zu jemanden Leiden verursacht hat, und verbeuge mich.
20. Ich denke darüber nach, ob ich einen anderen im selbstgerechten Stolz verärgert habe, und verbeuge mich.
21. Ich denke darüber nach, ob ich einen anderen in blinder Gier geschadet habe, 
und verbeuge mich.
22. Ich denke darüber nach, ob ich jemanden falsch verstanden habe, und verbeuge mich.
23. Ich denke darüber nach, ob ich einen anderen verletzt habe, während ich meinen eigenen Willen verfolgt habe, und verbeuge mich.
24. Ich denke darüber nach, ob ich im unnötigen Luxus und in Eitelkeit gelebt habe, und verbeuge mich.
25. Ich denke darüber nach, ob ich verschwendet habe, was man hätte sparen können, und verbeuge mich.
26. Ich denke darüber nach, ob ich falsches Verhalten stets rationalisiert habe, und verbeuge mich.
27. Ich denke darüber nach, ob ich Versprechen leicht gebrochen habe, und verbeuge mich.
28. Ich denke darüber nach, ob ich stets reuevoll auf die Vergangenheit zurückschauend gelebt habe, und verbeuge mich. [...ob ich mich durch mein Fixieren und Festhalten der Vergangenheit gequält habe, und verbeuge mich.]
29. Ich denke darüber nach, ob ich mich vor Angst vor der Zukunft eingeschränkt habe, und verbeuge mich.
30. Ich denke darüber nach, ob ich die Ehre eines anderen verletzt habe, um mein eigenes zu beschützen, und verbeuge mich.
31. Ich denke darüber nach, ob ich nur das Negative gesehen und das Positive vernachlässigt habe, und verbeuge mich.
32. Ich denke darüber nach, ob ich aus Angst, Schwierigkeiten nicht lösen konnte, ud verbeuge mich.
33. Ich weiß, dass durch größte Bemühungen alles erreicht werden kann, und verbeuge mich.
34. Ich liebe und kümmere mich um mich, wie einen kostbaren Juwel, und verbeuge mich.
35. Um Almosen zu geben, ohne etwas im Gegenzug zu erwarten, verbeuge ich mich.
36. Ich weiß, dass Unglück und Angst kommen und gehen, und verbeuge mich.
37. Ich weiß, dass jeder Tag mit guten Leuten und guten Ereignissen ein schöner Tag ist, und verbeuge mich.
38. Wissend, dass was man sät, man erntet, versuche ich nur gute Samen zu säen, und verbeuge mich.
39. Um bescheiden zu akzeptieren, was gesät wurde, verbeuge ich mich.
40. Um immer mein Bestes zu geben, auch wenn es nicht von Wichtigkeit ist, verbeuge ich mich.
41. Um zufrieden zu sein mit einem Leben harter Arbeit und Ehrlichkeit, verbeuge ich mich.
42.  Um auch die kleinsten Versprechen einzuhalten, verbeuge ich mich.
43. Um stets auf dem Weg der Wahrheit zu gehen, auch bei Tadel und Verachtung, verbeuge ich mich.
44. Um als warmherziger Mensch zu leben, ohne die unterschiedlichen Überzeugungen anderer zu verurteilen, verbeuge ich mich.
45. Um im Moment zu leben, ohne an der Vergangenheit oder Zukunft gebunden zu sein, verbeuge ich mich.
46. Für Nächstenliebe an alle, anstatt mich nur um meine eigene Familie zu kümmern, verbeuge ich mich.
47. Für ein Herz, das andere mit Wärme umarmt, verbeuge ich mich.
48. Um stets bei der Arbeit leidenschaftlich zu arbeiten, ohne zu verzögern, was getan werden muss, verbeuge ich mich.
49. Um aus jedem Moment nur das bestmögliche zu machen, ohne Zeit zu verschwenden, verbeuge ich mich.
50. Um ohne Trägheit auf das Ziel zuzugehen, verbeuge ich mich.
51. Um Fehler ohne Selbstgerechtigkeit zuzugeben, verbeuge ich mich.
52. Um Schwierigkeiten nicht aus dem Wege zu gehen, verbeuge ich mich.
53. Um mich neuen Herausforderungen zu stellen, anstatt mich auszuruhen, verbeuge ich mich.
54. Um meine Fehler sofort einzugestehen, verbeuge ich mich.
55. Um offenherzig zu sein und in glücklichen Momenten im Leben lachen zu können, verbeuge ich mich.
56. Um allen Trost zu spenden, die ich auf meinen Wegen treffe, verbeuge ich mich.
57. Um aus vollem Herzen an Organisationen teilzunehmen, die meinem Nächsten helfen, verbeuge ich mich.
58. Um in einer Welt des trüben Chaos, klar und in Frieden zu sein, verbeuge ich mich.
59. Um in Herausforderungen und Krisen, den Weg der Freude zu finden, verbeuge ich mich.
60. Um bei Schwierigkeiten stark und konzentriert auf meine Ziele zu bleiben, verbeuge ich mich.
61. Um Aufgaben zu akzeptieren, wie sie gegeben sind, verbeuge ich mich.
62. Um wahre und vertrauensvolle Freundschaften zu teilen, ohne etwas im Gegenzug zu erwarten, verbeuge ich mich.
63. Um Ungerechtigkeit ohne Ärger zu akzeptieren und mich selbst zu reflektieren, verbeuge ich mich.
64. Um eine Krankheit als Medizin anzusehen, die eine Gelegenheit ist, meine Handlungen [meine Praxis] zu stärken, verbeuge ich mich.
65. Um dankbar und gütig zu sein, indem ich Hass und Neid loslasse, verbeuge ich mich.
66. Um stets in Freude zu leben, und nicht trostlos und einsam zu sein, verbeuge ich mich.
67. Um gelassen und in Frieden zu leben, ohne Unruhe und Angst, verbeuge ich mich.
68. Um Krisenmomente mit Mitgefühl zu betrachten, verbeuge ich mich.
69. Um unerwartetes Unglück mit Akzeptanz zu begegnen, verbeuge ich mich.
70. Durch die Realisierung, dass Macht und Wohlstand bedeutungslos sind, brauche ich nicht darunter leiden und verbeuge mich. [Um Leid hinter mir zu lassen, indem ich mir die Vergänglichkeit von Macht und Wohlstand bewusst mache, verbeuge ich mich]
71. Um anderen mit gefühlsvollen und rücksichtsvollen Handlungen zu helfen, verbeuge ich mich.
72. Um neue Menschen auf [eine] wahre und bedeutsame Weise ohne Vorurteile zu treffen, verbeuge ich mich.
73. Um mit allen in Harmonie zu arbeiten und niemanden auszuschließen, verbeuge ich mich.
74. Um mit allen in Harmonie und Einklang zu leben, verbeuge ich mich.
75. Um sich Ruhm für andere, statt mir [selbst] zu wünschen, verbeuge ich mich.
76. Um meine Eigenschaften und Fähigkeiten mit anderen in Not zu teilen, verbeuge ich mich.
77. Um die Zeit zu schätzen, die man mit einem geliebten Menschen verbracht hat, auch wenn diese Person mich verlassen hat, verbeuge ich mich.
78. Um alle Wesen ohne Vorurteile zu sehen, verbeuge ich mich.
79. Um verschiedenen Meinungen aufmerksam zuzuhören, verbeuge ich mich.
80. Um in Frieden, harmonisch und rücksichtsvoll, gegenüber meinen Nächsten zu sein, verbeuge ich mich.
81. Um loslassen zu können, wenn es Zeit wird, verbeuge ich mich.
82. Um mein Leben ohne Selbstvorwurf zu respektieren, verbeuge ich mich.
83. Um zu tun, was ich kann, wohin ich auch gehe, ohne etwas im Gegenzug zu erwarten, verbeuge ich mich.
84. Um ein Mensch zu werden, der mit warmen Worten Frieden verbreitet, verbeuge ich mich.
85. Um unter Druck gelassen zu bleiben, verbeuge ich mich.
86. Um ruhig zu bleiben bei Konfrontationen, verbeuge ich mich.
87. Um Selbstgerechtigkeit zu vermeiden oder Fehler in anderen zu suchen, verbeuge ich mich.
88.  Um andere mit Lob zu ermuntern, statt mit Tadel, verbeuge ich mich.
89. Um in anderen das Gute statt dem Schlechten zu suchen und ihnen Erfolg wünschen zu können, verbeuge ich mich.
90. Ich bete für das Glück anderer und weiß, dass ihr Leiden auch mein Leiden ist, und verbeuge mich.
91. Um das Scheitern eines anderen betrauern, und dem Erfolg eines anderen gratulieren zu können, verbeuge ich mich.
92. Mögen alle Kranken frei von Krankheiten sein, und verbeuge ich mich.
93. Mögen alle, die verloren sind, ihren Weg finden, und verbeuge ich mich.
94. Mögen alle, die arm sind, ihre Armut überwinden, und verbeuge ich mich.
95. Mögen alle Wesen frei von Hunger, Krankheiten und Krieg sein, und verbeuge ich mich.
96. Mögen alle Wesen durch aufrichtige Lehrer in Weisheit wachsen, und verbeuge ich mich.
97. Mögen alle Wesen den richtigen Leitfaden bei der Arbeit und in der Gemeinschaft finden, und verbeuge ich mich.
98. Mögen alle Wesen im Trost [in Geborgenheit] und in Harmonie ihrer Familie leben, und verbeuge ich mich.
99. Ich wünsche mir, dass die Hoffnungen derjenigen, die nach dem Guten streben, erfüllt werden, und verbeuge ich mich. [..., dass alle heilsamen Absichten und alle heilsamen Bemühungen aller Wesen erfüllt werden, und verbeuge ich mich.]
100. Ich wünsche allen auf Jobsuche eine erfüllende Arbeit, und verbeuge ich mich.
101. Ich wünsche der Jugend, einen Weg zur wahren Glückseligkeit zu finden, und verbeuge ich mich.
102. Ich fühle die Gnade des Universums in einem Wassertropfen, und verbeuge ich mich.
103. Ich sehe den Fleiß von Millionen in einem Reiskorn, und verbeuge ich mich.
104. Ich überwinde die dünne Wand zwischen Dir und mir, und werde zu einem offenherzigen Menschen, und verbeuge ich mich.
105. Ich bin dankbar für das überwältigende Glücksgefühl diesen Augenblicks der Verbeugung, und verbeuge ich mich.
106. Für die wahre Natur, die aus dem tiefen Inneren hervorleuchtet, verbeuge ich mich.
107. Für die wahre Natur, die von allen Wesen ausstrahlt, verbeuge ich mich.
108. Ich wünsche mir, dass meine 108 Gebete [Verbeugungen] die Samen für Weisheit und Freiheit für alle Wesen werden, und verbeuge ich mich.